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Erstes Hauptstück. Von einem Gott in drei Personen.
auch Himmel und Erde vergehen? Wie, und ich sollte zittern?«— Zugleich aber sollen auch wir stets wahrhaft in unfernReden und treu in Erfüllung unsrer Versprechungen sein.Nie sollen wir uns eine Unwahrheit erlauben und um keinenPreis von der Wahrheit abweichen. Die heilige Perpetuawurde zur Zeit, da Kaiser Severus die Christen verfolgte,in's Gefängnis' geworfen. Ihr Vater war zwar noch Heide,liebte aber seine Tochter auf das Zärtlichste. Er eilte zu ihrin das Gefängnis, und bat sie dringend, sie möchte sich indem Verhöre doch nicht als Christin bekennen. Perpetuawies auf ein Gefäß mit der Frage: „Wie nennst du diesesGefäß?" — „Einen Krug," sprach der Vater; „aber wassoll dies?" — „Kann ich Etwas anders nennen, als esist?« — „Nein!" mußte der Vater antworten. „Nun ebenso wenig," sprach sie, „kann ich mich anders nennen, alswas ich bin, eine Christin!" Dabei beharrte sie, so schmerz-lich ihr auch besonders die Trennung von den Ihrigen war;sie ging muthig dem Martyrertode entgegen. — Wie schönund edel erscheint eine solche Liebe zur Wahrheit!
Legende: Der heilige Vincentius, Levit undMärtyrer, (fl 304.)
reden, als er im Herzen dachte und glaubte. Unter dengrausamsten Martern blieb er immer derselbe standhafteBekenner des Namens Christi. Dazian, der dama-lige Landpfleger in Spanien, konnte nicht Martern ge-nug aussinnen, um den treuen Bekenner zum Abfall zuzwingen; er ließ ihn auf die Folter spannen und seinenKörper schmerzlich auseinanderreißen; hierauf ließ er ihnauf einen glühenden Rost legen und Salz in die Wun-den reiben. Aber Alles war umsonst; der heilige Vin-zenz blieb treu seinem Heiland. Da gab der grau-same Landpfleger Befehl, ihn in einen finstern Kerkerzu werfen und den zerrissenen Leib des heiligen Beken-ners auf spitzige Scherben zu legen; unter Hunger undSchmerz sollte hier der Heilige verschmachten. Aber, oWunder! der treue Blutzeuge des Herrn verfiel aus die-sem Schmerzenslager in einen sanften Schlaf, als ob erin einem weichen Federbett ruhete, und als er erwachte,sah er statt der Scherben liebliche und wohlriechende Blu-men; ihm erschienen Engel, welche vor Gott Lobgesänge an-stimmten, und er sang mit ihnen. Alsbald verbreitete sichweithin die Nachricht von diesem Wunder, und es strömteAlles zusammen, um den großen Blutzeugen zu sehenund anzustaunen. Nachdem Gott derHerr seinen treuen Diener schon aufErden auf eine so wunderbare Weiseausgezeichnet hatte, berief er ihn balddarnach zu sich, in die ewige Glorie,um ihm die Krone der Verherrlichungauf's Haupt zu setzen und dadurch zuzeigen, daß Er ist wahrhaft undgetreu in all seinen Verheiß-ungen.
Gebet. O Gott, der du wahr-haft und getreu bist in Erfüllung alldeiner Verheißungen und Drohungen,wir beten dich an in heiliger Ehrfurchtund bitten dich um Kraft und Stärke,auf daß auch wir die Wahrheit liebenund alle Lüge hassen. Bitte fifr uns,heiliger Vincentius, du treuer Freundder Wahrheit! damit wir diese Gnadeerlangen mögen, durch Christum unfernHerrn. Amen.
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Wie die heilige Perpetua, so zeichnete sich auchder heilige Vincentius, einer der berühmtesten Mär-tyrer und Diakon des Bischofs Valerius zu Saragossain Spanien, durch eine unbesiegbare Liebe zur Wahrheitaus. Frei und offen bekannte er es, daß er Christ sei;weder Drohungen und Martern, noch Versprechungenund Schmeicheleien konnten ihn bestimmen, anders zu
Dreiundzwanzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 23. Januar.
Von Einem Gott in drei Personen.
Fr. Wir wissen nun, daß es einen Gott gibt, undwir haben, so weit es uns möglich ist, seine Vollkommen-