Am Feierabende des 20. Januar.
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theil genommen hatte, von einem Verräther vor demAltäre mit einem Dolche durchbohrt; er starb so fürdie Ehre Christi und fand in ihm seine Ruhe.
Gebet. Allmächtiger Gott! mit dem heiligen KönigKanut erkennen auch wir, daß du allein mächtig bist, unddaß dir allein alle Ehre gebührt; wir preisen und staunendaher deine Allmacht und Weisheit an und unterwerfenuns in Allem voll Denmth und Zuversicht deiner göttli-chen Leitung. Durch Christum unfern Herrn. Amen.
Zwanzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 20. Januar.
Gott ist heilig und gerecht.
Fr. Was heißt das: Gott ist heilig?
Antw. Es heißt: Gott liebt nur das Gute und ver-abscheut unaussprechlich alles Böse.
Belehrung. Die Heiligkeit Gottes besteht in einer un-endlichen Liebe zum Guten und in einem ebenso unendlichenAbscheu vor der Sünde; daher singt der Psalmist (Ps. 44, 8.):„Du liebest Gerechtigkeit und hassest das Unrecht." Und derheilige Franz von Sales schreibt: „Das Wort „heilig"faßt alle Eigenschaften Gottes, so zu sagen, wieder in Einszusammen. An Gott ist Alles heilig, unendlich schön, unend-lich gut, und weil er dieses aus sich ist, so ist er der Allein-heilige." Gottes Gesetzgebung auf Sinai ist ein deutliches
Zeugniß für Gottes Heiligkeit; denn da hat Gott Gebote ge-geben, die alle für das Gute und gegen das Böse sind.
Ueberdieß hat er jedem Menschen ein Gesetzbuch in das Herzgelegt, nämlich das Gewissen, eine Stimme, die vom Bösenabmahnt, und zum Guten antreibt.
Beispiel und Anwendung. Äa, Gott ist heilig;es ist dieß jene Eigenschaft, die ihm ganz besonders zukommt,und die von den Himmelsbewohnern in ihren Lobgesängen vor-züglich gepriesen wird. In seiner Entzückung hörte Jsaiasdie Himmel von den stets wiederholten Worten erschallen:„Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heer-schaaren!" Mehrere Jahrhunderte darnach hörte auch derheilige Johannes, als er im Geiste in den Himmel entrücktwar, den nämlichen Gesang: „Heilig, heilig, heilig!" —Diese Heiligkeit Gottes, die sogar in den Engeln Flecken findet,dieser unendliche Abscheu, den Er vor der Sünde hat, ist mitunaustilgbaren Buchstaben in der Geschichte des Weltalls aus-geschrieben. Es ist dieser sein Abscheu vor der Sünde ge-schrieben im Himmel, aus dem die aufrührerischen Engel in denAbgrund der Hölle gestürzt wurden; er ist geschrieben aufErden, wo ich unsere ersten Eltern aus dem irdischen Paradiesverjagt, die Welt in den Gewässern der Sündfluth unterge-gangen, einen Gott-Menschen als das Schlachtopfer für dieSünde am Kreuze sterben sehe; — er ist endlich geschriebenin der Hölle, ohne daß ihn die ganze Ewigkeit irgendwievertilgen könnte. — Wer erkennt in allen diesen so be-deutsamen Ereignissen, welche uns die heilige Urkunde aufbe-wahrt, nicht Gottes unendliche und unerreichbare Heiligkeit?!Und wie ferne bist du, o Mensch! von jener Heiligkeit, dieGott der Herr auch vou dir verlangt, wenn er spricht: „Seidheilig, weil ich heilig bin!" (3. Mos. 11, 44.) Ach, säume nichtlänger; verlasse einmal die unheiligen Wege, die du bishergewandelt, und kehre zurück auf den Pfad der Tugend undHeiligkeit; denn bedenk' es wohl, der Herr ist auchgerecht.
Fr. Was heißt das: Gott ist gerecht?Antw. Es heißt: Gott belohnt die Gutenund bestraft die Bösen, einen Jeden, wie er esverdient.
Belehrung. Gott ist gerecht; „er wird Je-dem vergelten nach seinen Werken," sagt der heiligePaulus; „denn bei Gott gilt kein Ansehen der Person."(Röm. 2, 6. 11.) „ Die Gerechtigkeit Gottes ist wun-derbar," schreibt ein christlicher Lehrer (Bernier), „aber.nicht minder liebenswürdig. Ueberall siehst du sie herr-schen; sie thronet in den Himmeln, sie spricht ihreUrtheile auf Erden und vollzieht ihre Strafen in derHölle. Sie setzt die Krone der Gerechtigkeit den Häup-tern Derjenigen auf, die rechtschaffen gekämpft haben,und vergilt ihnen ihre geringen, oft nur einen Augen-blick währenden Trübsale mit einer unendlichen Glorie. —Aber, o schreckliche Gerechtigkeit, die du die Sünde hassest und dieSünder schrecklich strafest! Du hast ewige, furchtbar brennende