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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
51
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Am Feierabende

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Antw. Es heißt: Er kann Alles, und braucht, umzu vollbringen, nur zu wollen.

Belehrung. Ja, Gott ist allmächtig;der Herrist wie ein streitbarer Mann," ruft schon Moses (2. Mos.15, 3.) aus;Allmächtiger ist sein Name." Und Da-vid singt (Ps. 134, 6.):Alles, was er will, macht derHerr im Himmel, auf Erden, im Meere und in allen Tie-fen." In Anbetracht der göttlichen Allmacht müssen wir Allemit dem Erzengel Michael (sieh das.obige Bild!) ausrufen:Luis ut Deus! Wer ist wie Gott!" Wir erblicken dieseAllmacht Gottes in der ganzen Schöpfungsgeschichte;denn aus dem puren Nichts, durch das bloße Allmachtswort:Es werde!" schuf Gott in sechs Tagen Himmel und Erde

des 19. Januar. 51

und Alles, was da ist. (1. Mos. 1.) Als den Allmäch-tigen gab sich Gott zu erkennen in den Wundern MosiS,ebenso in der Wüste, wenn er vom Himmel Manna regnen,aus dem härtesten Felsen Wasser hervorsprudeln, den FlußJordan sich theilen ließ u. s. f. Gottes Allmacht istes, die die ganze große Last der Welt in den weiten Räu-men des Nichts erhält; sie bringt die Himmel und die Ge-stirne in Bewegung; sie gibt den Elementen Kraft; ohne ihrenEinfluß könnte kein Wesen auch nur Einen Augenblick beste-hen; in Einem Augenblicke könnte sie Millionen neuer Wel-ten schaffen; denn sie kann Alles, was sie will. Wahrlich,bei Gott ist kein Ding unmöglich." (Luc. 1, 37.)

Beispiele und Anwendung. Der heilige Aloysiuswar als Edelknabe am Hofe Königs Philipp II. dem jungenPrinzen Jakob als Gesellschafter zugctheilt. Als einstmalsder Prinz,, um sich an der Aussicht zu ergötzen, znm Fensterhinaussah, und der Wind, der heftig stürmte, ihm lästig ward,warf er sich in die Brust, gab sich ein gebieterisches Ansehenund rief hinaus:Höre, Sturmwind! ich Prinz Jakob be-fehle dir, daß du sogleich aufhörest, mir beschwerlich zu sein!"

Da sprach aber Aloysius lächelnd zu ihm:Prinz! las-

set das gut sein! Ihr könnet zwar Menschen genug finden,die euren Befehlen gehorchen, allein über die Elemente führtNiemand die Herrschaft, als nur Gott, der Allmächtige."

Ja, mein Christ! Niemand führt die Herrschaft, Niemand

besitzt Macht als nur Gott, der Allmächtige. Bete da-her stets Gottes Allmacht voll heiliger Ehrfurcht an; machees wie der fromme Kaiser Maximilian. Als dieser einstauf der Jagd von einem furchtbaren Gewitter überfallen wurde,und der Donner schrecklich rollte, so daß sein ganzes Gefolgezitterte, da fiel er auf die Kniee und betete:Dir, o don-

nernder Herr, sei allezeit Ehre! Du allein hast Macht, duallein bist Kaiser, wir alle sind nur deine Diener!"

Fr. Wozu soll uns der Glaube an Gottes Allmachtund Weisheit ermuntern?

Antw. Er soll uns 1) zum innigen Vertrauen aufGott ermuntern und uns 2) antreiben, allezeit mit dengöttlichen Fügungen zufrieden zu sein.

Belehrung. Gott ist allmächtig; er kann wun-derbar helfen; der ganze Himmel wird dem Gerechten zumSchilde. Wir sollen daher unerschütterlich auf Gott ver-trauen, da wir allzeit in der Hand der göttlichenAllmacht sind.Warum wollen wir verzagen, wenn csBeschwernisse gibt?" ruft uns ein christlicher Lehrer zu.Soll-ten wir uns vor unserer Schwachheit fürchten? Ach, waskann der Mensch nicht in Dem, der ihn stärkt? Siehe daherauf die unendliche Macht deines Gottes und stütze dich gänz-lich darauf!" Vertraue auf ihn; er kann dir helfen. Daherruft schon der königliche Sänger David (Ps. 145, 2.) aus:Vertrauet nicht auf Menschenkinder, die nicht helfen können.

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