Am Feierabende des 18. Januar.
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bußfertigen Sünder; ewig wird der Unbußfertige seufzenunter der Gewalt des immer gleichen Zornes Gottes.Welch ein furchtbarer Gedanke! — Falko, ein reicher Mann,der in dieser Welt nur der Sünde und dem Vergnügen lebteund nie an die künftige Welt dachte, konnte in einer schwülenSommernacht nicht schlafen. Da sprach er bei sich selbst:„Wie? auf diesem weichen Bette, wo ich doch auch nicht dengeringsten Schmerz empfinde, wird mir das Liegen schon sobeschwerlich, ja fast unerträglich; wie würde es mir erst sein,wenn ich gleich dem Reichen im Evangelium — auf ewig inden Flammen der Hölle begraben liegen müßte? Dennewig ist Gott und unveränderlich sein Urtheil!"— Dieser Gedanke ergriff ihn so mächtig, daß er der Weltentsagte, und sich in die Wüste begab, um nur jener Weltzu leben. Ach! wie Wenige bedenken dieß! Bist nicht auchdu, der du dieses liesest, unter der Zahl dieses großen Hau-fens? Wohlan denn! säume nicht mehr länger, wache aufund diene Gott, dem Ewigen und Unveränderlichen, wie jenergroße Heilige, der uns heute begegnet in der
Legende: Der heilige Antonius der Große,Abt und Erzvater der Einsiedler, (st 356.)
Dieser erblickte das Licht der Welt im Jahre 251 zuKoman bei Heraklea in Oberäghpten. Seine christlichenEltern, mehr noch durch ihre Gottesfurcht, als durch ihreReichthümer ausgezeichnet, gaben ihm die beßte Erziehung,und so nahm Antonius zusehends zu an Tugend und Voll-kommenheit. Im zwanzigsten Jahre verlor er seine Elterndurch den Tod, und sechs Monate später hörte er in derPredigt die Worte des göttlichen Heilandes an jenenJüngling, der ihn nach dem Wege der Vollkommenheitbefragte (Matth. 19, 21.): „Gehe hin, verkaufe Alles,was du hast, gib es den Armen, und du wirst einen Schatzim Himmel haben." Diese Worte machten einen so tiefenEindruck auf den zwanzigjährigen Jüngling, daß er sogleichsein väterliches Erbe in zwei gleichen Theilen an seineeinzige Schwester und an die Armen verschenkte. „Du,o Gott! allein bist ewig und unveränderlich," sprach er;„Alles, was die Welt bietet, ist eitel und vergänglich.Daher will ich die Welt verlassen, und nur dir dienen,o mein Gott und Alles!" Und mit diesen Worten begaber sich in die Einöde. Hier hatte er viele Kämpfe mitdem bösen Feinde zu bestehen; durch Beten und Fastenund durch die liebenswürdige Tugend der Demuth gewanner aber die glänzendsten Siege über diesen seinen mächtigenGegner. Alsbald verbreitete sich der Ruf von seiner Hei-ligkeit so sehr, daß sich zahlreiche Schüler, die unter seinerLeitung den Weg der Vollkommenheit wandeln wollten,um ihn sammelten, und daß ihn selbst Könige und Kaisermit Briefen beehrten, wie wir schon oben Seite 16 er-zählt haben. Nachdem er Gott, dem Ewigen und Unver-änderlichen, treu gedient und schwere Kämpfe gegen dieFeinde seines Heiles siegreich bestanden hatte, entschliefer selig im Herrn im hundertundfünften Jahre seinesAlters und im Jahre Christi 356, um gekrönt zu wer-den mit der Krone des ewigen Lebens.
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Gebet. O Gott, der du ewig und unveränderlichbist, erleuchte und stärke uns, auf daß wir die Nichtigkeitund Vergänglichkeit alles Irdischen erkennen, und wie derheilige Antonius, nur das suchen, was ewig und unver-gänglich ist. Durch Christum unfern Herrn. Amen.
Achtzehntes Lesestück.
Am Feierabende des 18. Januar.
Gott ist allgegenwärtig und allwissend.
Fr. Was heißt das: Gott ist allgegenwärtig?
Antw. Das heißt: Gott ist überall im Himmel undauf Erden.
Belehrung. Gott ist überall, im Himmel, auf Erdenund an allen Orten. „Erfülle ich nicht Himmel und Erde?spricht der Herr." (Jer. 23, 24.) Und in der Apostelge-schichte (17, 27—28.) heißt es: „Gott ist nicht ferne von