Druckschrift 
Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
45
Einzelbild herunterladen
 

45

Am Feierabende

all die guten Eigenschaften, all die Vollkommenheiten, die inGott ohne Maß und Zahl vereinigt sind, nennen oder auf-zählen ?

Beispiel und Anwendung. Bei Betrachtung derVollkommenheiten Gottes rief der heilige Franz Seraphgar häufig im Gefühle seiner Armuth und Schwäche aus:Wer bist du, o Herr! und wer bin ich? Du bist derAbgrund der Weisheit, der Langmuth und eines jeglichenGutes; ich bin ein Abgrund der Unwissenheit, der Ohnmacht,der Sünde, des Nebels. Du bist der Abgrund des Seinsund Wesens, ich der Abgrund der Nichtigkeit." Demü-thige auch du dich, o Christ! und erkenne deine Nichtigkeit,wenn du dich Gott nahest, dem unendlich vollkommenstenWesen, oder wenn du seiner Vollkommenheiten gedenkest!

Fr. Welche Eigenschaften oder VollkommenheitenGottes sollen wir uns vorzüglich merken?

AntW. Folgende: Gott ist ewig und unveränderlichallgegenwärtig allwissend allweise allmächtig;er ist unendlich heilig und gerecht unendlich gütig,barmherzig und langmüthig> unendlich wahrhaft undgetreu. Alle diese Vollkommenheiten Gottes wollen wirnun in den nächsten Lektionen einzeln und ausführlicherbetrachten.

Legende: Der heilige Marcellus, Papst undMärtyrer, (P 310.)

^ U

Wie sehr demüthigte sich vor Gott der heilige Papstund Märtyrer Marcellus, dessen Fest heute in derKirche begangen wird! So oft er Gottes Größe undVollkommenheiten betrachtete, rief er mit Job (36, 26.)aus:Ich weiß, daß Gott groß ist und alle unsere Be-griffe übersteigt." Dieser demüthige Diener des Herrn

des 17. Januar.

bestieg im Jahre Christi 308 den päpstlichen Stuhl undhielt mit aller Kraft die Kirchenzucht aufrecht. Allein seinEifer machte ihn bei den Feinden der Kirche verhaßt, sodaß ihn der Tyrann Maxentius aus Rom verbannte.Nachdem er kaum 2 volle Jahre auf dem päpstlichenStuhle gesessen, entschlief er selig im Herrn, nm vonAngesicht zu Angesicht Den zu schauen, dessen Majestätwir hienieden nicht ergründen können.

Gebet: Ewiger Gott, unergründlich in deinemWesen! wir wollen dich nicht erforschen, nicht ergründen,sondern dich nur in tiefster Demuth anbeten, loben undpreisen, damit wir einst gewürdigt werden mögen, dick-ewig zu schauen, wie du bist. Durch Christum unfernHerrn. Amen.

Siebenzehntes Lesestück.

Am Feierabende des 17. Zannar.

Gott ist ewig und unveränderlich.

Fr. Was heißt das:Gott ist ewig?"

AntW. Es heißt: Gott ist immer, ist immer ge-wesen und wird immer sein.

Belehrung. Gott kennt keinen Anfang und kein Ende;er ist ewig; darum singt schon der Psalmist (Ps. 89, 2.):Ehe die Berge wurden, und gebildet war die Erde und ihrUmkreis, bist du, o Gott! von Ewigkeit zu Ewigkeit!"Auf der Welt hat Nichts einen Bestand. Der Zahn derZeit zernagt uns unsere Schätze und Reichthümer; der Todraubt uns unsere lieben Angehörigen, unsere theuersten Freunde.Alles vergeht, nur Gott allein bleibt. Ihn raubt uns Nichts,nicht die Zeit, nicht der Tod; denn er ist ewig, er war im-mer, ist immer und wird immer sein. Welch' ein tröstlicherGedanke! Welch ein mächtiger Sporn, einzig und allein nurnach diesem ewigen Gute zu trachten?!

Beispiel und Anwendung. Ein ehrlicher Bürgerwar durch mancherlei Unglücksfälle tief herabgekomnien. Daer vorher in den glücklichsten Umständen gelebt hatte, so fühlteer die Schläge des Schicksals um so herber, und es bemäch-tigte sich seiner eine um so tiefere Schwermuth, je wenigerer Hoffnung sah, seine Vermögensumstände zu verbessern.Seine Frau, die auf den Herrn vertraute, sah dieß nichtohne innere Bekümmerniß; sie suchte ihn aufzumuntern undzu trösten durch die Erinnerung an Gottes Güte und Für-sorge. Doch Alles ohne Erfolg. Endlich besann sie sich aufein neues Mittel, sein Herz zu rühren und ihn im Vertrauenauf Gott zu stärken. Sie stellte sich eines Morgens gleich-falls sehr betrübt; der Mann fragte nach der Ursache,aber sie seufzte und schwieg. Hiedurch noch mehr beängstigt,drang er nm so ernstlicher in sie, ihm doch die Ursache ihrerNiedergeschlagenheit zu entdecken. Da sagte sie denn mit