Am Feierabende des 12. Januar.
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Welt und zu einem lasterhaften Leben; endlich eine vierteUrsache ist die Lesung religionswidriger Bücher, Umgangmit Religionsspöttern und solche eheliche oder auch ander-artige Verbindungen, welche den wahren Glauben gefährden.
Belehrung. Da es um den Abfall vom Glauben eineso schreckliche Sache ist, so ist es gewiß sehr wichtig, dieQuellen und Ursachen näher kennen zu lernen, aus denen der-selbe hervorgeht. Sie sind folgende: 1) Stolz und vor-witziges Vernünfteln über die Geheimnisse desGlaubens. Ein großer Geist erkennt gar oft nicht, wasder demüthige Glaube ganz klar einsieht; darum betete der gött-liche Heiland: „Ich preise dich, Vater, Herr Himmels und derErde! daß du dieses vor den Weisen und Klugen ver-borgen, den Kleinen aber geoffenbaret hast." (Matth. 11,25.).2) Eine zweite und dritte Ursache ist darin zu suchen, daßman das Gebet und andere Religionspflichtenvernachläßigt und sich zu sehr der Welt undeinem lasterhaften Leben ergibt. Unsere katholischeKirche stellt nämlich strenge Anforderungen an Diejenigen, welcheden Himmel erlangen wollen; bei den Ungläubigen hingegenwird den Sünden und Lastern eine größere Freiheit gestattet.Damit nun mancher leichtfertige Katholik in denselben ungehinder-ter fortleben könne, so verläßt er den wahren Glauben, wandertden Weg der Finsterniß, genießt hier die kurze zeitliche Glück-seligkeit, und geht dann am Ende ewig zu Grunde. „Siebringenihre Tage," sagt der heilige Johannes (12.), „imWohllebenzu und steigen urplötzlich zur Hölle hinab." — 3) Eineweitere Ursache, warum so Viele vom Glauben abfallen, ist,weil solche in dem heiligen katholischen Glau-
ben nicht wohl unterrichtet und be-gründet sind. „Die haben keine Wur-zel," sagt Christus (Luk. 8.), „sic glaubennur eine Zeitlang; in der Zeit der Ver-suchung fallen sie ab." — 4) Endlich nochein vorzüglicher Anlaß zum Abfalle vomGlauben ist die Lesung schlechter re-ligionswidriger Bücher, Umgangmit Religionsspöttern, gemischteEhen u. s. w.
Beispiel und Anwendung. Ein
Engländer (Namens William Bealde)hatte sich mit einer liebenswürdigen Frau auseiner angesehenen Familie vermählt. Erhatte vier Kinder, deren Erziehung er mit dergrößten Sorgfalt und mit bewunderungs-würdiger Wachsamkeit leitete. Da seine kauf-männischen Geschäfte seit einigen Jahrensanken, ergab er sich der Lesung und wählte unglücklicherweiseirreligiöse Bücher. Alle ihre Grundsätze nahm er an,verlor allen Glauben, machte keinen Unterschied mehr zwischenTugend und Laster und betrachtete die Menschen nur als Ma-schinen. Er glaubte sich berechtigt, nach Gutdünken nicht nurüber sein eigenes Leben, sondern auch über das Leben seinerFrau und seiner Kinder verfügen zu dürfen. Eines Morgensschickte er seinen Diener mit einem Briefe zu einem benach-barten Freunde, und bat ihn, mit zwei Personen in sein Hauszu kommen, um die darin vorgegangene Veränderung zu sehen.Kaum hatte der Freund diesen Brief gelesen, so eilte er hin,aber zu spät. Mit Dolch, Axt und Pistole hatte der Un-glückliche gewüthet. Der beiden ersten Waffen hatte er sichbedient, um seine Familie hinzumorden; mit der letzten hatteer sich selbst das Leben genommen. Jedermann war bei derNachricht von diesem Vorfälle erschüttert, und konnte lernen,welches Scheusal irreligiöse Bücher aus einem Manne gemachthaben, der bisher die Achtung seiner Mitbürger verdiente.Willst du daher, o Christ! an deinem Glauben nicht Schiffbruchleiden, so meide die Lesung schlechter, glaubensloser Bücher,sowie überhaupt Alles, was zum Abfall vom Glauben führt!Bitte Gott um Erhaltung und Vermehrung des Glaubens!
Legende: Der heilige Ernest, Abt. (st 1096.)
Der heilige Ernest, dessen Name unter der Zahlder am heutigen Tage in der Legende aufgeführten Hei-ligen mit obenan steht, war ein geborner Graf von Dil-lingen und der erste Abt des Stiftes Neresheim. MitWehmnlh sah und hörte er, wie die heiligen Stätten inPalästina von den Sarazenen besetzt und die Christengrausam von ihnen verfolgt und mißhandelt würden.Er vereinigte sich daher mit noch vielen andern Aebtenund zog nach Palästina, um daselbst den Kreuzfahrernbeizuspringen und auf solche Weise zu zeigen, daßer sich seines christlichen Glaubens niebt schäme, son-