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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Erstcö Hauptstück. Von der Gl,

len dem heiligen Hyginns im treuen Bekenntnisse un-sers Glaubens Nachfolgen.

Gebet. Schaue au, allmächtiger Gott! unsereSchwachheit und stärke uns durch die Fürbitte deinesheiligen Märtyrers und Bischofs Hyginns, ans daß wirunfern heiligen Glauben freudig und standhaft vor al-ler Welt bekennen. Durch Christum unfern Herrn. Amen.

Zwölftes Lesestück.

Am Feierabende des 12. Januar.

Von der Glaubensverlciugmmg und dom Abfall vom Glauben.

Fr. Wodurch versündigen wir uns schwer gegen dieheilige Pflicht, unfern Glauben zu bekennen?

Antw. Gegen die heilige Pflicht, unfern Glaubenzu bekennen, versündigen wir uns schwer: 1) wenn wiruns unsers Glaubens schämen, 2) wenn wir ihn ver-läugnen, 3) wenn wir von demselben abfallen.

Belehrung. So erhebend es ist, wenn wir das schöneBeispiel eines hcldenmüthigen und treuen Glaubensbekennersbetrachten, der freudig und unerschrocken Blut und Leben fürseinen Glauben hinopfert, ebenso traurig ist es, wenn maneinen Christen sieht, der sich seines Glaubens schämt, der indas Gerede der rohen und gottlosen Neligionsspötter unsererTage mit einstimmt, der seinen Glauben verläugnet oder-gar von demselben ab fällt. Das ist eine der furcht-

längnung und vom Abfall vom Glauben.

barsten Sünden, die es gibt, und die den Menschen unbe-streitbar dem ewigen Verderben zuführt; denn Christus, dieewige Wahrheit selbst, hat den furchtbaren Ausspruch gethan:Wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wirdauch der Menschensohn sich schämen, wenn er kommen wirdin seiner Herrlichkeit." (Luk. 9, 26.) Und wiederum:Wermich vor den Menschen verläugnet, den will ich auch vormeinem Vater verläugnen, der im Himmel ist." (Matth. 10 33.)

Beispiele und Anwendung. Welch ein Undank, welcheine Bosheit wäre es, wenn wir unfern Glauben verläug-nen würden! Wie sollten oder könnten wir Gott dem Herrnuntreu werden, der uns nur Gutes thut und jeden Augenblickunsers Lebens mit lauter Gnaden und Wohlthaten bezeichnet!Als der heilige Bischof Polykarp vor einem heidnischenRichter seinen Heiland verläugnen sollte, sprach er voll Mildeund Würde:Wie könnte ich das thun? Es sind schon übersiebzig Jahre, daß ich im Dienste Jesu Christi stehe, undwährend dieser langen Zeit hat Er mir Nichts Uebles zuge-fügt, sondern mich vielmehr mit allen nur erdenklichen Wohl-thaten überhäuft; wie könnte ich jetzt so undankbar sein, undmich gegen einen so guten Herrn, ja gegen den besten Herrnauflehuen, den je der Himmel und die Erde trägt?"Ebenso unverzeihlich wäre es auch, wenn wir uns unsersGlaubens schämen würden. O mein Christ! wir habenalle Ursache, uns unsers Glaubes wegen zu rühmen, nichtaber zu schämen; denn wenn wir nach demselben leben, sosind wir glücklich auf Erden und einst selig im Himmel;er ist unser größter Reichthum und unsere schönste Zierde vorGott. Der heilige Justinus der Märtyrer wurde vorGericht gefordert und seines Glaubens wegen zur Rede ge-stellt. Nusticus, der damalige Präfect von Rom, verwies esihm, daß er ein Anhänger Christi wäre, und sagte, er solltesich eines so einfältigen Glaubens schämen. Wasthater? Wiebenahm er sich? Hört die schöne, eines Christenwürdige Antwort:Bewahre mich Gott, daß ich mich meinesGlaubens schäme! Ich habe mein Vergnügen an der christlichenLehre und bekenne den wahren Gott der Christen." -- Undals die heilige Agatha des christlichen Glaubens wegen an-geklagt wurde und vor Quintilian, dem Statthalter Siciliens,erscheinen mußte, sprach dieser zu der frommen Jungfrau:Schämst du dich nicht, aus so vornehmen Geschlechts geborendennoch das niedrige und knechtische Leben der Christen zuführen?" Und Agatha erwiderte:Biel vorzüglicher ist diechristliche Niedrigkeit und Dienstbarkeit, als die Schätze allerKönige." (Sieh das nachfolgende Bild.)

Fr. Was ist denn Ursache daran, daß so mancheChristen vom Glauben abfallen?

Antw. Es gibt verschiedene Ursachen; die ersteist Stolz und vorwitziges Vernünfteln über die Geheim-nisse der Religion; eine zweite und dritte Ursacheist die Vernachlässigung des Gebetes und der übrigenReligionspflichten, sowie eine besondere Hinneigung zur