Am Feierabende des 11. Januar.
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auch du mit solchem Heldcnmuthe für deinen heiligen Glaubencinstehen? Ja, bekenne frei und offen deinen Glauben, und wenndu auch nicht Gelegenheit haben solltest, Blut und Leben für den-selben zu opfern, so kannst du ihn doch gar oft auf die glänzendsteWeise bekennen, besonders jenen Religionsspöttern gegenüber, diein nuferer Zeit so zahlreich sind. Thue das, mein Christ! undsei überzeugt, daß selbst solche Leute in ihrem Herzen eine ge-heime Achtung für dich haben müssen, wenn sie sehen, daß dustets und überall ein braver, wackerer Katholik, ein treuer Be-kenner deines heiligen Glaubens bist!
Fr. Ist man aber schuldig, diesen seinen GlaubenJedem zu offenbaren?
Antw. Nein, wir sind dieß nur dann schuldig,wenn es die Ehre Gottes, unser eigenes oder des Näch-sten Seelenheil erfordert.
Belehrung. Zum Bekenntnisse unsers Glaubens sindwir nur dann verpflichtet, wenn die rechtmäßige Obrigkeitdasselbe von uns fordert, oder wenn unser Stillschweigen alsVerlängnung der wahren oder als Bestätigung irgend einerfalschen Religion angesehen werden könnte. — Uns jedochohne Noth durch unbescheidenes Kundgeben unsers Glaubensder Lebensgefahr auszusetzen, wo wir zu diesem Bekenntnissenicht aufgefordert werden, oder wo solches zum Heile Ande-rer nicht nothwendig wird, oder auch wo wir durch klugeMittel, sei dieß selbst durch die Flucht, ausweichen können,dazu wären wir nicht verpflichtet, ja es wäre vielmehr sträf-lich. Christus Jesus selbst sagt in dieser Beziehung: „Ichsende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; seid also klugwie die Schlangen und einfältig wie die Tauben!" (Matth.
Mehler, Hausbuch.
10, 16.) Und wiederum: „Verfolgt maneuch in einer Stadt, so fliehet in eine an-dere!" (Matth. 10, 23.)
Beispiele und Anwendung. Selbstdie Apostel entzogen sich der Verfolgung,wenn sie es auf kluge Weise thun konnten,um sich zum Nutzen und Segen der Gläu-bigen noch länger zu erhalten. „Zu Da-maskus", also schreibt der heilige Paulusvon sich selbst, „ließ der Statthalter desKönigs Aretas die Stadt bewachen, um michzu ergreifen; allein ich entrann seinen Hän-den, da man mich durch eine Oeffnung derStadtmauer in einem Korbe herabließ." (2.Cor. 11,32—33.)— Zu Jkonieu begabensich Paulus und Barnabas nach ihrerGewohnheit in die Synagoge der Juden undpredigten mit einem solchen Erfolge, daß sehrviele Juden und Griechen den Glauben an-nahmeu. Die ungläubigen Juden aber reiz-ten und brachten die Gemüther der Heidenauf wider die Brüder. Da entstand eineSpaltung unter dem Volke der Stadt. Einige hielten es näm-lich mit den Juden, Andere hingegen mit den Aposteln. Alsaber die Heiden und Juden sammt ihren Obersten sich erhoben,um die Apostel zu mißhandeln und zu steinigen, wurden letzterees gewahr und flohen in die Städte Lycaoniens, Listra undDerbe, und sie verkündeten daselbst das Evangelium. (Apo-stelgesch. 14, 1—7.) — Auf ähnliche Weise entzog sich auchder heilige BlasiuS, Bischof von Sebaste, auf dringendesBitten und Zureden seiner Gemeinde der Verfolgung, umauf solche Weise sein Leben noch länger zum Heile seinerGläubigen und zum Dienste Christi und seinerheiligen Lehre zu erhalten. Er flüchtete sich auf den BergAgäus, wo ihm eine Felsenkluft zum Aufenthaltsorte diente. —Aus so vernünftigen Gründen und auf eine so kluge Weise,wie die Apostel des Herrn, wie der heilige Blasius, dürfenund können auch wir unser Leben bei Glaubcnsverfolgungen zuretten suchen; nie aber darf es aus Furcht oder gar zum Nach-theile unsers Glaubens geschehen; denn das hieße den Glaubenverläugnen, wovor uns Gott mit seiner Gnade bewahren wolle!
Legende: Der heilige Hyginus, Papst undMärtyrer, (f 142.)
Ein treuer Glanbensbekenner, ein tapferer Glan-bensheld begegnet uns am heutigen Tage auch in der Le-gende und im römischen Marthrologium. Es ist dießder heilige Papst und Märtyrer Hyginus, der im Jahre139 dem heiligen Telesphorus auf dem römischen Stuhlenachfolgte. Mit Macht und Muth kämpfte er gegen diedamals herrschenden Irrlehren des Valentin und Cerdon,und bot all seine Kräfte auf, um seine Heerde vor die-sen verderblichen Irrlehren zu bewahren. Als siegrei-cher Kämpfer für Gottes Ehre und Lehre starb er imJahre 142, nachdem er ungefähr 4 Jahre der KircheGottes vorgestanden. — Auch wir, meine Christen! wol-
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