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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Erstes Hauptstück. Von dem Bekenntnisse unsers Glaubens.

wie vor Zeiten den Pro-pheten Elias. Den Trankgab ihm die nahe Wasser-quelle, und aus den Blät-tern des Palmbaumesmachte er sich sein Kleid.So brachte er seine Zeitzu mit Gebet und LobGottes und in Betracht-ung himmlischer Dinge.Im hundertdreizehntenJahre seines Alters be-suchte ihn derheil.Anto-nius, der in einer andernWüste lebte. Nachdem siesich mit einander in geistli-chen Gesprächen erfreutund getröstet hatten,kehrteAntonius in sein Klosterzurück. Bald aber kamer wieder. Als er nunin die Wohnung des hei-ligen Paulus eintrat, trafganz unbeweglich, kniend mit erhobenemHaupt und mit gen Himmel ausgestreckten Händen. Leiseund voll Ehrfurcht nahte er, in der Meinung, er bete.Als er aber fand, daß er wirklich todt sei, rief er aus:O fromme Seele, die auch im Tode nicht abläßt zu thun,was sie lebend übte!" Weinend betete er dann eine Zeitlang an der Seite der heiligen Leiche und begrub sie unterGebet und Thränen. Aus dieser kurzen Lebensgeschichtedes heiligen Einsiedlers Paulus ersiehst du, mein lieberLeser! aufs Neue die Wahrheit des Satzes:Wie derMensch lebt, so stirbt er." Der heilige Paulus war volllebendigen und festen Glaubens im Leben, und so war er esauch noch im Tode. Bitte auch du Gott um diese Gnade!

Gebet. Verleihe uns, o Herr! einen standhaften,festen und lebendigen Glauben, auf daß wir in dir undfür dich leben und sterben, wie dein treuer Diener Pau-lus. Durch Christum unfern Herrn. Amen.

er denselben

Elftes Lesestück.

Am Feierabende des LI. Januar.

Von dem Bekenntnisse nnsers Glaubens.

Fr. Wodurch müssen wir besonders zeigen, daß un-ser Glaube fest und standhaft sei?

Antw. Dadurch, daß wir unfern Glauben überalldurch Wort und That freimüthig bekennen.

Belehrung. Es ist für uns eine heilige Pflicht, unfernGlauben, wenn es noch thut, vor aller Welt frei und offendurch Wort und That zu bekennen, selbst auch, wenn es uns

das Leben kosten sollte.Des Glaubens Akte sind drei," sagtder heilige Augustin:lebhaft glauben im Herzen, frei-müthig bekennen mit dem Munde und bewähren durch dasWerk." Und der heilige Apostel Paulus schreibt:Mit demHerzen glaubt man zur Gerechtigkeit, und mit dem Mundegeschieht das Bekenntniß zur Seligkeit." (Rom. 10, 10.)Ja, schon der göttliche Heiland selbst hat den Ausspruch ge-than:Wer mich vor den Menschen bekennen wird, denwill ich auch vor meinem Vater bekennen, der im Himmelist." (Matth. 10, 32.) Daher waren auch die frommen undtreuen Diener Gottes im A. wie im N. Testamente eher bereitzu sterben, als ihren Glauben zu verläugnen.

Beispiele und Anwendung. Einer der größten Glau-benshelden des A. Bundes war Eleazar, ein Greis, mehr durchseine Tugenden als durch sein Alter ehrwürdig; dieser wolltelieber sterben, als ein Gesetz übertreten, wodurch er seinenGlauben verläugnete; lieber wollte er sich martern lassen, alsdurch List oder Verstellung sich retten. Ebenso opferten auchdie drei Jünglingeim Feuerofen, Mathathias undseine Söhne Blut und Leben für ihren Glauben. Beson-ders merkwürdig sind aber die sieben machab äischen Brü-der und ihre Mutter. Unter den schrecklichsten Marternwollte sie der Tyrann Antiochus zwingen, wider das Ge-setz zu handeln und Schweinfleisch zu essen. Sie aber trotz-ten standhaft einem solchen sündhaften Begehren und opfertenmuthig Blut und Leben um ihres Glaubens willen. ImN. T. glänzt an der Spitze der zahllosen Blutzeugen, die fürden christlichen Glauben ihr Leben Hingaben, der heilige Ste-phanus, der um Christi willen den Steinigungstod erlitt.Ach, wer kann all die Tausende von heiligen Märtyrern zäh-len, die unter den namenlosesten Qualen um des Glaubenswillen ihren Geist aufgaben! Nur noch Ein Beispiel will ichdir erzählen, mein lieber Leser! aus den ersten Zeiten desChristenthums, das uns einen gar heldenmüthigen Bekennerzur Bewunderung und Nachahmung vor Augen stellt. (Siehdas nachfolgende Bild.) Unter den Blutzeugen aus den erstenJahrhunderten sehen wir einen Landmann, B arla am mit Na-men, vor der Statue des Jupiter stehen; er soll dem Gö-tzenbilde Weihrauch in die Flammen streuen, er will nicht;man peinigt ihn auf die grausamste Weise, er will nicht; end-lich legt man ihm Weihrauch auf die flache Hand und zwingtihn, sie gerade ausgestreckt zu halten über die lodernde Opfer-flamme. Sobald er vom Schmerz überwältigt, die Hand re-gen wird, wird der Weihrauch in die Flamme fallen. Dannwird man ihm zurufen:Nun hast du den Göttern geopfert."Und siehe, die schreckliche Gluth versengt schon seine Hand,und er regt sie nicht; sie ergreift schon seine Hand, und nochregt er sie nicht. Nun aber verbreitet der Duft des Weih-rauchs sich aus der Flamme. Hat der Märtyrer endlichdoch die Hand bewegt? O nein; die Flamme hat die Handdurchbrannt und so den Weihrauch erreicht, der auf ihrlag. O bewunderungswürdige Standhaftigkeit eines Land-mannes im Bekenntnisse seines heiligen Glaubens! Würdest