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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 10. Januar.

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er sein Gespräch allmählich auf's religiöse Gebiet hinüber-lenkte, ermahnte und bat er endlich den mit heiliger Treueseinem Glauben ergebenen Bischof, er möchte doch den For-derungen der Zeit nachgeben und nicht mit einer so furcht-baren Strenge an dem Buchstaben der katholischen Lehre hängen,da er ja durch diese seine Widersetzlichkeit der guten Sachenur schaden würde. Im Falle er den Wünschen des Kaisersentgegenkommen und auf seine Seite übertreten würde, dürfteer sich der höchsten Huld und Freundschaft seiner kaiserlichenMajestät im Voraus schon versichert halten. Basilius abertrat mit männlichem Muthe und mit der Entschlossenheit einesKämpfers Christi dem Abgeordneten des Kaisers entgegen undsprach: Was die Kirche lehrt, das hat sie von Gott empfan-gen ; mit Gut und Blut stehe ich für diese Lehre. Auch nichtEin Wort, ja nicht Eine Silbe lasse ich aus dieser Lehrehinwegnehmen; als treuer Wächter Gottes will ich dastehenund selbst unter dem Verlurste meines Lebens das hinter-legte Gut des Glaubens gegen jeglichen Angriff der Irrlehrevertheidigen. Geh' hin und sag' dieß dem Kaiser! Ich ehreund schätze hoch seine Freundschaft, aber nur dann, wenn siemit Frömmigkeit gepaart ist, ohne diese letztere hat auch ersterefür mich keinen Nutzen, keinen Werth." So sprach dermuthige Verfechter seines Glaubens, und der Statthalter wartief beleidigt durch diese Rede. Er drohte ihm deßhalb dieVerbannung an und gab ihm noch Bedenkzeit bis auf denfolgenden Tag. Aber auch hierauf erwiderte Basilius mitunerschütterlicher Standhaftigkeit:Dieser Aufschub ist uu-nöthig; ich werde morgen derselbe sein, wie heute." DerStatthalter konnte sich nicht erwehren, die Unerschrockenheitdes heiligen Erzbisckwfs zu bewundern. Unverrichteter Dingekehrte er somit nach Hanse zurück und berichtete seinem kaiser-lichen Herrn den ganzen Hergang der Sache, indem er mitden Worten schloß:Wir sind besiegt. Dieser Mann stehtüber alle Drohungen, sowie über alle Versprechungen erha-ben." Auch nicht Eine Lehre in unserm heiligen Glaubendürfen wir ändern oder aufgeben; denn in ihm hängt Alleszusammen wie in einer Harmonie. Läßt sich nur ein einzigerMißton hören, so ist die ganze Harmonie vernichtet. Es istmit unserm Glauben, wie bei einer Glocke; wenn diese nurden mindesten Riß bekommt, so verliert sie auch gleich denKlang, und die Glocke ist unbrauchbar. Darum glaube festund standhaft Alles ohne Ausnahme, was Gott ge-offenbaret hat und die katholische Kirche zu glauben vorstellt!

Fr. Wann ist unser Glaube fest?

Antw. Unser Glaube ist fest, wenn wir glauben,ohne im Mindesten zu zweifeln.

Belehrung. Unser Glaube muß fest sein, d. h. wirdürfen in Sachen des Glaubens nicht zweifeln, nicht grübeln,unfern Verstand müssen wir gefangen geben, sobald Gott unddie Kirche gesprochen hat; denn Gott ist die ewige Wahrheit, undseine Kirche wird vom heiligen Geiste geleitet. Was also Gottgeoffenbaret hat, und was seine Kirche zu glauben vorstellt, dasmüssen wir glauben, auch wenn wir es nicht begreifen können.

Beispiel und Anwendung. Einen solchen festenGlauben hatte der heilige Ludwig, König von Frankreich.Als ein Priester in der Schloßkapclle zu Paris, welche unterandern kostbaren Schätzen auch die Krone des Herrn bewahrte,die heilige Messe las, wurde anstatt der Hostie ein wunder-schöner Knabe von den Anwesenden gesehen. In großer Mengeströmte das Volk herbei, um dieß Wunder zu scheu. Auchder heilige König Ludwig wurde eingeladen, es mitanzu-schaucn; er erwiederte jedoch:Nein, wer nicht glaubt, der tretehinzu, damit er sehe; ich sehe ihn alle Tage mit den Augendes Glaubens." So verschaffte ihm die Autorität Gottes größereGewißheit, als die eigenen Sinne. Ein Wunder war bei ihmüberflüßig. Er glaubte fest auf Gottes Wort, ohne allenZweifel. So muß auch dein Glaube beschaffen sein,mein christlicher Leser, wenn du Gott dem Herrn gefallen willst!

Fr. Wann ist unser Glaube lebendig?

Antw. Unser Glaube ist lebendig, wenn wir auchnach demselben leben.

Belehrung. Ein todter Glaube hilft uns Nichts; ermuß lebendig sein, d. h. wir müssen auch nach unsermGlauben leben, oder mit andern Worten: wir müssen dasGute thun und das Böse meiden, sowie es der Glaube vor-schreibt; denn der Glaube, welcher sich nicht durch werkthätigeLiebe lebendig erweist, ist ein todter Glaube und reicht ebendeß-halb zur Erlangung der ewigen Seligkeit nicht hin. Darumschreibt der heilige Jakobus (2, 26.):Gleichwie der Leibohne Geist todt ist, so ist auch der Glaube ohne Werke todt."Und der heilige Paulus, (Gal. 5. 6):In Christo Jesugilt nur der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist." MitNachdruck ermahnt uns deßhalb der heilige Augustinus:Mit dem wahren Glauben vereiniget ein heiliges Leben, da-mit ihr Christum bekennet durch euere Worte, indem ihr dasWahre glaubet, und durch euere Werke, indem ihr rechtschaf-fen lebet." Ein schönes Beispiel eines lebendigen Glau-bens gibt uns am heutigen Tage in der

Legende: Der heilige Paulus, erster Einsied-ler. (st 343.)

Sein Glaube war ja immer wirksam in der Liebe;stets vereinigte er mit dem Glauben auch ein heiligesLeben; Gott zu dienen, für Gott zu leben und zu ster-ben, war all sein Streben. Kaum hatte er in einem Altervon etwa fünfzehn Jahren seine Eltern verloren, so begaber sich zur Zeit der decianischen Verfolgung in die Einödeund widmete sich da volle siebennndneunzig Jahre lang mitVerachtung alles Irdischen einzig und allein dem Diensteseines Gottes. Wunderbar wachte aber auch über ihmin dieser Einsamkeit die göttliche Vorsehung. Seine Speisenahm er anfangs von den Früchten eines Palmbaumes,unter dessen Schatten er sich niedergelassen hatte; alsaber diese verzehrt waren, schickte ihm der Herr durcheinen Raben ein halbes Brod, und also ernährte er ihn,