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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Erstes Hauptstück. Von den Eigenschaften des Glaubens.

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Antw. Unser Glaube ist allgemein, wenn wirnicht bloß Einiges, sondern Alles glauben, was nns dieheilige katholische Kirche zu glauben vorstellt.

Belehrung. Das ist kein wahrer katholischerGlaube, der sich nur auf Einiges, nicht aber auf Alleserstreckt, was die katholische Kirche zu glauben vorstellt; derwahre Glaube muß allgemein sein; denn Christus sagtausdrücklich:Lehret sie Alles halten, was ich euch gesagthabe." (Matth. 28,20.) Und der heilige Johannes schreibt: Ein Jeder, der abweicht und nicht in der Lehre Christi bleibt,hat Gott nicht." (2. Joh. 1, 9.) Ferner hat derjenige, der vonder Lehre Christi nur das glaubt, was ihm beliebt, sovielwie keinen Glauben; denn ein solcher glaubt nicht Gott, son-dern seiner eigenen Einsicht.Wenn ihr in dem Evangelium,"sagt der heilige Augustin,nur das glaubet, was ihr wollet,und das wieder nicht glaubet, was ihr nicht wollet, so glaubetihr vielmehr euch, als dem Evangelium; denn wenn der eigeneVerstand in der Schrift annchmen und verwerfen darf, waser will, so unterwirft er sich nicht dem Ansehen der Schrift,sondern er unterwirft die Schrift seinem Willen."

Fr. Wann ist unser Glaube standhaft?

Antw. Unser Glaube ist standhaft, wenn wir, wiedie heiligen Märtyrer, bereit sind, eher Alles, selbst dasLeben hinzugeben, als vom Glauben abzufallen.

Belehrung. Standhaft ist also dein Glaube, oChrist! wenn du bereit bist, lieber Alles zu leiden und selbstden Tod, lieber Alles zu verlieren, und selbst das Leben, alsdeinen Glauben zu verläugnen oder von demselben abzufallen.Fürwahr, alle Katholiken," schreibt der heilige Vinzen-tiusvon Lerin,welche sich als rechtmäßige Kinder ihrerMutter, der Kirche zeigen wollen, müssen an dem heiligenGlauben der heiligen Väter festhalten und darauf sterben, profaneNeuerungen unheiliger Menschen aber verabscheuen und ver-werfen." Und schon lange vor ihm schrieb der heilige Pau-lus (Hebr. 3, 12.):Sehet zu, Brüder, daß nicht in Einemvon euch sei ein böses, ungläubiges Herz, geneigt, abznfallenvon dem lebendigen Gott!" Die heiligen Märtyrer undandere treue Katholiken sind uns hierin die schönsten Musterzur Nachahmung.

Beispiel und Anwendung. Ein herrliches Beispieleines allgemeinen und standhaften Glaubens gab unsAllen der heilige Basilius. (Sieh das obige Bild.)Kaiser Valens, welcher der Irrlehre des Anus huldigte,wünschte auch den heiligen Erzbischof Basilius den Großenauf seine Seite zu bringen. Die Durchführung dieses' seinesPlanes übertrug er seinem damaligen Statthalter Modestus.Dieser begab sich nun, dem Winke seines Kaisers folgend,nach Cäsarea und ließ den heiligen Erzbischof zu sich kommen.Mit aller möglichen Zuvorkommenheit empfing der Statthal-ter den großen Diener. Gottes, behandelte ihn auf's Freund-lichste, und besprach sich mit ihm auf das Liebevollste. Indem