Am Feierabende des 5. Januar.
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Erläuterungen versehen sein soll. — Wenn du daher, meinChrist! die heilige Schrift mit Segen und Nutzen lesen willst,so nimm ja keine andere Bibel zur Hand, als nur eine kirch-lich approbirte (z. B. die von l>r. Allioli, oder dievon vr. Loch und vr. Neischl rc.), und lies alsdann stetsmit gehöriger Vorbereitung, in frommer katholischer Gesinnungund mit heiliger Ehrfurcht, und befolge im Leben, was du liesest!
Beispiele und Anwendung. Ja,
lies mit gehöriger Vorberei-tung, in frommer katholischerGesinnung und mit h e ilig e rEhrfurcht! — Wenn der heiligeLucian dem Lesen und Betrachtender heiligen Schrift oblag, war seinHauptzweck, den Willen Gottes zu er-kennen, seine Pflichten in ihrem ganzenUmfange zu durchschauen, sich jene Zart-heit des Gewissens zu erwerben, welchedie Bewegursachen jederHandlung strengabwägt, und nicht bloß von der Sündeentfernt, sondern auch von jedem Scheineder Sünde, und die dem Menschen eineunerschütterliche Festigkeit in der Aus-übung der Tugend ertheilt. Und wirk-lich gelangte er durch diese fromme Le-sung und Betrachtung der heiligenSchriftzu einem hohen Grade von Frömmig-keit und himmlischer Erleuchtung; daherwird auch das Wort Gottes, welchesin den heiligen Büchern ausgezeichnet ist,mit Recht Licht genannt, weil keinanderer Name besser die heilsamenWirkungen, die dasselbe in wohlbe-reiteten Seelen hervorbringt, zu bezeich-nen vermag. So oft wir daher dieheilige Schrift lesen, sollen wir uns,wenn wir wahres Heil daraus schöpfen wollen, mit den Gesinn-ungen des heiligen Lucian zu durchdringen suchen; seien wirstets voll jener Ehrfurcht und Liebe gegen sie, die wir dem WorteGottes schuldig sind, dann werden wir sie mit Nutzen lesenund verdienen, daß sie für uns eine Quelle des Lichtes unddes Lebenswerde. Zugleich müssen wir aber auch dastreu befolgen, was wir in der heiligen Schriftlesen. — Ein Einsiedler in Aegypten, der heilige Bessarion,hatte seine Erbschaft verkauft, um den Werth derselben anArme zu vertheilen. Nun hatte er Nichts mehr zu geben;da kommt ein Armer, diesen hüllt er in seinen Mantel ein.Diesem folgt ein anderer Armer, dem gab er seinen Rock. Sowar er dahin gekommen, daß er keinen andern Schatz mehrhatte, als sein Evangelium, das Buch, aus welchem er dieVorschriften seiner aufopfernden Liebe geschöpft hatte. Nunverkaufte er auch dieses und sagte mit jener Treuherzigkeit,welche die liebenswürdige Gefährtin großer Tugenden ist: „ DießBuch machte, daß ich Alles verkaufte; wohlan denn! so soll
es selbst auch verkauft sein." Selig, wer die heilige Schriftnicht bloß liest, sondern auch darnach handelt!
Le gende: Der h eilige Telesphorus, P apst undMärtyrer (ch 139.)
Der heilige Telcsphorus war von Geburt einGrieche; er folgte im Jahre 127 dem heiligen PapstSixtus I. auf dem römischen Stuhle nach und war sonach dem heiligen Petrus der achte Bischof von Rom.
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Mit treuer Sorgfalt wachte er über die Reinerhaltungder heiligen Schriften und fand in der Lesung derselbenseine Freude, seinen Trost und seine Stärke. Nachdemer Vieles und Großes zur Verherrlichung der KircheChristi unternommen hatte, erhielt er die unverwelklicheKrone des Marthrthnms im Jahre 139; heilige Engelaber brachten seine Seele hinüber in das Reich der ewi-gen Glorie.
Gebet. Wir bitten dich, o Herr! laß uns Freude,Trost und Stärke finden in deinem göttlichen Worte, dasda hinterlegt ist in den heiligen Schriften des A. undN. Bundes, damit wir unfern Wandel darnach einrichtenund dereinst die Krone des ewigen Lebens erlangen, wiedein treuer und heiliger Diener Telesphorus. DurchChristum, unfern Herrn. Amen.
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