Am Feierabende des 4. Januar.
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Viertes Lesestück.
Am Feierabende des 4. Januar.
Von der heiligen Schrift: s) Bedeutung und vortrefflicher In-halt derselben.
Fr. Wie ist die- göttliche Offenbarung bis auf unsgekommen?
Antw. Die göttliche Offenbarung ist theils schrift-lich, theils mündlich auf uns gekommen: schriftlichdurch die heilige Schrift oder Bibel, mündlich durchdie Tradition, d. h. Ueberlieferung oder Erblehre.
Fr. Was versteht man unter derheiligen Schrift?
Antw. Unter der heiligen Schrift versteht man dieSammlung jener Bücher, die aus Eingebung des heili-gen Geistes von frommen Männern geschrieben und alsGottes Wort von der katholischen Kirche anerkannt underklärt worden sind.
Belehrung. Damit ein Buch zum geschriebenen WorteGottes oder zur heiligen Schrift gerechnet werden dürfe, wirdsonach erfordert, 1) daß es unter unmittelbarer Ein-gebung des heiligen Geistes geschrieben wurde, d. h.der heilige Geist mußte den Verfasser nicht nur zum Schreibenantreiben und ihm bei der Wahl des Stoffes beistehen, son-dern ihn auch in der Niederlegung des Inhaltes fortwährendund unfehlbar leiten, so daß der Inhalt, wenn sich auch dieDarstellung nach der Bildung und dem Charakter des Schreiberseigenthümlich gestaltet, doch das reine und untrügliche WortGottes geblieben ist. Daher schreibt der heilige Petrus
(2. Petr. 1, 21.): „Nie wurde eineWeissagung durch menschlichen Wil-len hervorgcbracht, sondern heiligeMenschen Gottes haben, getrie-ben vom heiligen Geiste,geredet," und der heilige Paulus(2. Tim. 3, 16.) nennt eben deß-halb die heilige Schrift „vonGott eingegeben." 2) Mußdie katholische Kirche das Buchwirklich als Gottes Wort an-erkennen und erklären; denn nursie kann diese Erklärung abgeben,da sie ja von eben demselben hei-ligen Geiste geleitet wird, der dieheilige Schrift cingegebcn hat.
Fr. Welche Benennun-gen führt das geschriebeneWort Gottes?
Antw. Das geschriebene Wort Gottes führtverschiedene Benennungen; es heißt: heilige Schrift,Bibel (oder Buch), Testament, Bund, Evan-gelium.
Belehrung. Das geschriebene Wort Gottes heißt:1) heilige Schrift, weil ihr Urheber, ihre Verfasser undihr Inhalt heilig ist; 2) Bibel (oder Buch), weil die hei-lige Schrift nicht nur das erste und älteste Buch in der Weltist, sondern auch das vorzüglichste, das wichtigste, das nützlichsteund einzig nothwendigste Buch; 3) Testament, d. h. Willens-erklärung, auch Erbschaftszusicherung, weil Gott den Menschendarin seinen Willen erklärt und ihnen, wenn sie denselbenbefolgen, eine Erbschaft zugesichert hat, und zwar den Israe-liten im A. T. die Erbschaft des gelobten Landes, und denChristen im N. T. die Erbschaft des Himmels. 4) Bund,und zwar alter und neuer Bund heißt die heilige Schrift,weil Gott darin mit den Menschen einen Bund geschlossen hat,in welchem er uns seinerseits seine göttliche Gnade und Se-ligkeit verspricht, wenn wir anderseits seinen Willen treu er-füllen. — Ferner heißen besonders die Schriften des neuenBundes auch noch 5) Evangelium, d. h. gute Bot-schaft; denn „sie verkünden uns," wie der heilige Chry-sostomus sagt, „die Aufhebung der verdienten Strafe, dieNachlassung der Sünden, die Heilung der Menschheit, dieGnade der Erlösung, die Kindschaft Gottes, die Erbschaftdes Himmels." Und könnte es wohl eine bessere Botschaftfür uns geben, als diese? — Die heilige Schrift führt end-