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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Erstes Hailptstück. Von der göttlichen Offenbarung.

Fr. Wie hat Gott zu uns geredet?

Antw. Gott hat auf die mannigfaltigste Weise zuuns geredet; denn er hat sich uns geoffenbart zuerst durchdie Patriarchen und Propheten und zuletzt durch seinen SohnJesus Christus und die Apostel. (Sieh das obige Bild!)

Belehrung.Vielfach und mannigfaltig," schreibt derheilige Paulus (Hebr. 1, 12.),hat einst Gott zu denVätern geredet durch die Propheten; zuletzt hat er in diesen Ta-gen zu uns geredet durch den Sohn." O bewunderungswürdigeLiebe Gottes! Schon zu den ersten Menschen, die Gott aufdie Erde setzte, hat er geredet; er hat sich ihnen zuerst alsliebenswürdiger Vater, dann als Gesetzgeber und nach derSünde als gerechter Richter geoffenbart. Nach diesen hatGott geredet zu Noe, dann zu Abraham, Isaak und Jakob,endlich zu Moses, dem Anführer und Gesetzgeber des ganzenisraelitischen Volkes; und nach Moses offenbarte sich Gottdiesem seinen auserwählten Volke fortwährend durch die Pro-pheten. Als aber die Fülle der Zeiten gekommen war,erschien der Sohn Gottes selbst und offenbarte uns den Willendes himmlischen Vaters, verkündete uns eine göttliche Lehre,durch die wir Gott erkennen, lieben, ihm dienen und so heiligund selig werden können. Er gab alsdann auch seinen Apostelnund ihren Nachfolgern den Befehl, hinzugehen und alle Völkerzu lehren und ihnen Alles zu verkünden, was er ihnen ge-sagt hatte.

Beispiel und Anwendung. Danke daher, o Christ!aus der Fülle deines Herzens Gott dem Herrn für die un-endliche Liebe, die er uns dadurch erwiesen hat, daß er sichuns durch die Patriarchen und Propheten und zuletzt durchseinen eingebornen Sohn Jesus Christus hoch-gelobt in alle Ewigkeit auf eine so liebevolle Weise hatoffenbaren wollen! Ahme das schöne und edle Beispiel jenesfrommen und weisen Christen nach, der im Gefühle der Ohn-macht und Unwissenheit, in welcher wir uns alle ohne diegöttliche Offenbarung befinden würden, gar oft seine Händezum Gebete faltete und mit dankerfülltem Herzen zu Gottbetete:O mein Gott und Vater! Ich mußte in der Schuledes Lebens herumtappen, wie ein irrender Pilger in SyriensWüsten; auf der breiten, glatten Sandfläche würde ich keinen Haltund keine Labung finden für mein Gemüth! Aber dein tröstendesWort, deine göttliche Offenbarung ist mir ein leitender Engeldurch die Wüste dieses Lebens, der mit seiner himmlischenLabung die lechzende Seele erquickt. Dank, ja tausend Danksei dir für das Licht deiner göttlichen Offenbarung, das sowohlthätig hereinleuchtet in die finstere Welt und in das trost-lose Menschenherz!"

Legende: St. Genovefa, Jungfrau und Pa-tronin von Paris (fl um d. I. 512.)

Die heilige Genovefa, deren Andenken am heu-tigen Tage feierlich in der Kirche begangen wird, dankte

schon in den frühesten Jahrenihrer Jugend Gott dem Herrnfür die Liebe, mit der er sichuns geoffenbarethat, und nahmso immer mehr zu in der Er-kenntniß und Liebe Gottes.Von gottesfürchtigen Eltern inder Nähe von Paris geboren,faßte sie frühe schon den Ent-schluß, sich Gott ganz in jung-fräulicher Reinigkeit zu weihen.Als der heilige Germanus vondiesem ihren Vorhaben Kennt-nis; erhielt, führte er sie, be-gleitet von dem Volke, in dieKirche, wo Psalmengesänge undGebete verrichtet wurden, un-ter denen der Heilige ihr dieHände auflegte. Von dieserZeit an führte Genovefa eine- sehr strenge Lebensweise. Sienahm in der Woche nur zwei-mal, am Donnerstage und amSonntage Speise zu sich, die aus Gerstenbrod und Bohnenbestand. Nach dem Tode ihrer Eltern trat sie in Paris indie Gesellschaft Gott geweihter Jungfrauen. Genovefabezeigte große Verehrung gegen den heiligen Dionysius,der zu Paris die Kirche gegründet und dort den Martertodgelitten hat. Sie wünschte sehr, daß eine Kirche an demOrte, wo der Heilige getödtet worden war, erbaut werde;unterredete sich deßhalb mit den Priestern und ermun-terte sie, den Bau zu unternehmen. In kurzer Zeitwurde eine schöne Kirche zu Ehren des heiligen Diony-sius hergcstellt. Die heilige Jungfrau ward von Gottauch mit der Wundergabe begnadigt. In der Lebensge-schichte derselben wird erzählt, daß sie eine blinde Frausehend gemacht und verschiedene Andere von schwerenkörperlichen Leiden durch Gebet und durch das Kreuzzei-chen geheilt habe. Der König der Franken bewies ihrgroße Achtung, und ihrer Fürbitte bei ihm verdanktenmehrere Unglückliche das Leben. So wandelte Genovefa,von Gott auf mannichfache Weise durch außerordentlicheGaben begnadigt, in strenger Gottseligkeit bis in dieTage eines hohen Alters fort, und starb endlich densanften Tod der Gerechten um das Jahr 512. Gottbestätigte die Heiligkeit seiner Dienerin auch nach ihremTode durch viele Wunder, die an ihrem Grabe ge-schahen.

Gebet. O Gott, der du dich uns so liebreich ge-offenbaret hast, nimm hin unfern Dank und erfülle unsmit deinem himmlischen Lichte, auf daß wir, wie dieheilige Genovefa, von Tag zu Tag in deiner Erkennt-niß und Liebe wachsen, durch Jesum Christum unfernHerrn. Amen.