kanntlich ist der Aequator ein größter Kreis — einKreis der zu seinem Mittelpunkte den Mittelpunkt der Ku-gel hat — und wird, wie alle andere Kreise in z6o Gradegetheilt. Denkt man sich nun lauter größte Kreise durchjeden Grad des Aequators gezogen, die also durch beidePole der Erdkugel gehen, und senkrecht auf dem Aequatorstehen;, so erhält man eine Menge Meridiane, welchezum geographischen Maas dienen, die Lage der Oerter aufder Erde zu bestimmen, welches die geographischeLänge genannt wird. Man zählt die Länge auf demAequator hinaus, oder nach einer Richtung die parallelmit dem Aequator ist, und zwar nach Osten oder Westen,gewöhnlich aber östlich vom Abend gegen Morgen; dahingegen die Breite nach den Polen zu gerechnet wird.
Um nun die Länge eines Orts zu bestimmen, ssmußte man natürlicherweise einen Meridian zum Grundelegen, von welchem man zu zählen anßng. Dieser wirdgewöhnlich durch die Insel Ferrs gezogen, und nach ihmhaben die französischen Erdbeschreider, die HomannischeNErben und die Berliner Akademie der Wissenschaften ihreCharten verfertigt, indem man auf diesen Charten, umdie Lange eines Orts zu erhalten, von dem Meridiane anrechnet, welcher durch die Insel Ferro geht. Die Hollän-der ziehen den ersten Meridian durch die Insel Teneriffa,oder den darauf befindlichen Berg Piko. Ferro und Te-neriffa sindKanarischeInseln. Andere Geographenführen den ersten Meridian durch die Inseln des grü-nen Vorgebürges, und wieder andere durch die Azo-ischen Inseln. Man kann diese verschiedenen Me-ridiane mit einander vergleichen und dadurch die Längeeines Orts von jedem beliebigen Meridiane bekommen.(S. Walchs mathematische Geographie. 1794. S. 7;.)
Sagt man nun z. B. die Länge von Paris sey 20Grad; so heißt dies, der Bogen von dem ersten Meridianean bis Pariö betrage 20 Grad auf dem Aequator. DieLänge eines OrtS nun durch Ausmessung zu finden, davongiebt folgendes einen Begrif: Man weis, daß jeder Ort