Druckschrift 
1 (1810)
Entstehung
Seite
301
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Kün

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Künstliche Ul) re n. So nennt man alle dieje-nigen Uhren, die nicht blos zum Endzwecke haben, dieZeiträume genau anzuzeigen, sondern theils zur Belusti-gung des Auges und des Ohrs von irgend einem erfin-dlmgsreichen Genie zusammengesetzt sind, theils aber auchim gemeinen Leben Nutzen bringen können, wie z. B. die-jenigen Uhren sind, welche gewisse Natur-begebenheiten an-zeigen. Besonders gehören also zu den künstlichen Uhrendie künstlichen astronomischen Uhrwxrke °(s.Astronomische künstliche Uhren), die Aequa-tionöuhren und die Spieluhren. Dahin kannman auch noch die Repetiruhren u. a. rechnen.

Vorzüglich bemühten sich zu Anfange dieses Jahr-hunderts viele Künstler recht seltsame Uhren zu verferti-gen. Bald mußte eine Maus auf dem Zieferblatte her-umlaufen, dann mal wieder ein Frosch oder eine Schlangeu. s. w. welche statt der Zeiger aus dem Zieferblatte dieZeit des Tages angaben. Ein Herkules hatte eine Kugel die Erdkugel vorstellend auf seinen Schultern,woran zwey parallele Kreise befindlich waren, die die 24Abtheilungen für die Stunden des Tages zwischen sich hat-ten. Diese Kugel drehte sich auf der Schulter des Her-kules alle 24 Stunden einmal herum, und dieser zeigtemit den Fingern die Stunden des Tages an der Kugel.Andere Künstler setzten Uhrwerke zusammen, mittelst wel-chen gewisse Thiere ihre Stimme von sich geben z. B. einLöwe brüllen, ein Hahn krähen, ein Vogel singen mußteu. s w. Allein in den jetzigen Zeiten, wo der Luxus derVornehmen und Reichen ganz andere Gegenstände hat,als solche künstliche Uhrwerke, macht man sich nicht vielmehr aus dergleichen Spielwerken, obgleich sie oft bewun-dernswürdige Produkte großer Geister waren.

Es befinden sich eine Menge solcher wunderbarenkünstlichen Uhren in folgenden Schriften beschrieben: i)lkecueil ä'vuvraAL curicnrx äo kvlLtliem. at iVleebnn.par lVli-. 6ro11ier cle Larviero. I^'oi- 1719. 4-

I.I. 9 u. f. 2) k. Lckiotti Hcd-