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Künstliche Ul) re n. So nennt man alle dieje-nigen Uhren, die nicht blos zum Endzwecke haben, dieZeiträume genau anzuzeigen, sondern theils zur Belusti-gung des Auges und des Ohrs von irgend einem erfin-dlmgsreichen Genie zusammengesetzt sind, theils aber auchim gemeinen Leben Nutzen bringen können, wie z. B. die-jenigen Uhren sind, welche gewisse Natur-begebenheiten an-zeigen. Besonders gehören also zu den künstlichen Uhrendie künstlichen astronomischen Uhrwxrke °(s.Astronomische künstliche Uhren), die Aequa-tionöuhren und die Spieluhren. Dahin kannman auch noch die Repetiruhren u. a. rechnen.
Vorzüglich bemühten sich zu Anfange dieses Jahr-hunderts viele Künstler recht seltsame Uhren zu verferti-gen. Bald mußte eine Maus auf dem Zieferblatte her-umlaufen, dann mal wieder ein Frosch oder eine Schlangeu. s. w. welche statt der Zeiger aus dem Zieferblatte dieZeit des Tages angaben. Ein Herkules hatte eine Kugel— die Erdkugel vorstellend — auf seinen Schultern,woran zwey parallele Kreise befindlich waren, die die 24Abtheilungen für die Stunden des Tages zwischen sich hat-ten. Diese Kugel drehte sich auf der Schulter des Her-kules alle 24 Stunden einmal herum, und dieser zeigtemit den Fingern die Stunden des Tages an der Kugel.Andere Künstler setzten Uhrwerke zusammen, mittelst wel-chen gewisse Thiere ihre Stimme von sich geben z. B. einLöwe brüllen, ein Hahn krähen, ein Vogel singen mußteu. s w. Allein in den jetzigen Zeiten, wo der Luxus derVornehmen und Reichen ganz andere Gegenstände hat,als solche künstliche Uhrwerke, macht man sich nicht vielmehr aus dergleichen Spielwerken, obgleich sie oft bewun-dernswürdige Produkte großer Geister waren.
Es befinden sich eine Menge solcher wunderbarenkünstlichen Uhren in folgenden Schriften beschrieben: i)lkecueil ä'vuvraAL curicnrx äo kvlLtliem. at iVleebnn.par lVli-. 6ro11ier cle Larviero. I^'oi- 1719. 4-
I.I. 9 u. f. 2) k. Lckiotti Hcd-