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6 (1852) Die Gruendung Prags
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Stellt blutig weinend sich am Lichte dar,

Mit bleichem Antlitz und zerrauftem Haar;

Wenn über schmerzzerriss'nen Herzen euer Traum,

Wie über'm Leichenfeld der Tag erwacht,

Dann sehn wir wieder uns am blut'gcn Saum.

Ihr Mägdlein, treulos, scheulos, zuchtlos, fruchtlos,

Ihr Mägdlein, heimathlos das Land durchirrend,

Im Panzer wohnend, mit dem Sporne klirrend,

Mit Wühlerei und Tollmuth ausgerüstet,

Die Ehre und die Schande wild verwirrend,

Hier weggeworfen, dort so frech gebrüstet.

O, daß ein Gott Libussen's Blindheit löse,

Denn ihr seid Böheims Schwäche, Böheims Blöße,

Mit meinem Mantel will ich sie bedecken,

Mög eine heitre Zukunft dich erwecken!

(Er wirft seinen Mantel über Wlasta und kehrt nach seinem Acker.)Druhan nnd Chvbol

treten mit ihrem Gefolge nnd dem Zelter Libussen's auf.Druhan

(nach der Seite, wohin PrimislanS zu ackern ging, zeigend).

Dies sei er, hat der Knabe uns entdeckt.

C h o l> o l.

Er ist es, sieh, die Stiere sind gefleckt.

D r n h a n.

Wem hat, wie ihm, ein Gott den Pflug gestellt!

Ein Blinder Pflüget er dem blinden GlückeDie Krone achtlos aus des Schicksals Feld.

Ihn länger arm zu lassen, wäre Tücke.

Chahol.

Er pflüget scharf am Rande des Geschicks,

O kühne Wagniß eines Augenblicks!