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6 (1852) Die Gruendung Prags
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Trau m.

Zum Berg der Seherin trieb mich die Nacht,

Wo die Sibyllen früher mir erschienen,

Und meines Liedes Morgen mir erwacht.

Verschleiert standen sie, fromm reicht ich ihnenDie Blätter dar, da haben sie gelachtUnd mich gefragt mit schlau verlarvten Mienen,Im Mnthwill böhm'scher Mägdlein mich zu necken:Was mag, Ihr Gnaden, hinter meiner stecken?

Schaun's, es ist ane Pracht nicht bei der Nacht,

A gar a lieber Nähr der Mond, versteht sich,

Und i, da muß i bitten, geben's Acht,

Es hangt sich aner, schaun's, das Fahnde! dreht sich,Der Himmel schmiert sich an, i hab's gedacht,

Ich bin beschriern, die Hunde beiln, versteht sich;

A rürrender Gedanke, jetzt raus g'loffen!

Sie haben uns nächst schloffender getroffen."

Ich stand verhöhnet, bis mit deutschem ZungenSie mich gefragt:Schweigt denn die slav'sche Leier,Wird hier auch klingen, was du hier gesungen,

War dir es auch wohl ernst mit dieser Feier?"

Da ward ich kühn und sprach:Ich hab gerungen,

O zeigt zum Lohn euch mir heut' ohne Schleier!"Und sieh, der Schleier sank, ein Mägdlein standAn einer Muse, einer Hexe Hand.