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Du bist ein Mägdlein, Ehre sei dein Gut,
Und deine einz'ge Waffe fromme Zucht,
Der milde Mond regiere nur dein Blut,
Dein zücht'ger Leib trag' zücht'ger Liebe Frucht.Dein Busen, der sich frei zu Tage hebt,
Zeigt, wie dein Herz in milder Fülle bebt,
Und fessellos jauchzt deiner Schönheit Welle:
Ich bin des Lebens Schwelle, Lebens Quelle.Erschreckend fühlst du, daß das Weib im Mann,Der Mann im Weib nur ganz sich fühlen kann.
Wlasta.
Ich fühle mich als Jungfrau, rathe mir!
Primislaus.
Der Quell des Raths springt in Libussa dir.
Wlasta.
Nicht trinke ich den Quell, ich hüt' ihn nur.
P rimis l a us.
Rath wächst dir in der weisen Mutter Spur.
Wlasta.
Geheime Kunst und Ehr' ist nur ihr Ziel!
Primislaus.
Der witz'gen Jungfrau'» Schaar bist du Gespiel.
Wlasta. «
Der Stamm erholt sich Raths nie bei der Frucht,Nathlos sind sie wie ich und selbst verlassen,
O nenne Jungfrau'n nicht, die Männer hassen.Der ist kein Kind, der seinem Vater flucht.
Genug, ich kenne dich, ich hab zu dir,
Zu dir allein Vertrau'n im Volke hier.
Primisl aus.
Folg deinem Trieb', so rein er dir entspringt,
Den hör' ich gern, der, weil er freudig, singt.