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6 (1852) Die Gruendung Prags
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P r i in i s l a u s.

Ihr Himmlischen, o schenke mir den Schleier!

Wlasta.

Warum? was treibt dich? brünst'ger greift kein FreierZum Schleier seiner Braut.

P r iIN is l n u a.

Er ist mir theuer.

Erinnernd hänge er am Hausaltar,

Daß ich der Arzt der kühnen Wlasta war. . '

Mlast a.

So nimm ihn hin, und denke, daß dies BlutBei deinem Anblick wallend sich ergoß.

Seit mich verwundet Moribud's Geschoß,

Ist eine Angst in mir, die nimmer ruht,

Ja selbst zu dir trieb mich die inn're Gluth.

Primislaus (zerreißt ein buntes Tuch, womit er sie verbindet).

Dies bunte Tüchlein will ich mit dir theilen.

Wlasta.

Ich danke dir, du wirst die Wunde heilen,

Die nimmer ungeduldig sich ergießt,

Weil dieser edle Goldring fest sie schließt.

(Sie schiebt den Ring über den Verband).

Mir ist so leicht und schwerer doch ohn' Waffen!

Priinislaus. ,

Gepanzert trotzest du dem schönen Ziel,

Zu dem Natur dich weislich hat erschaffen;

Entwaffnet bist du heil'ger Triebe Spiel,

In dir regt des Geschlechts Bestimmung sich.

Der Wind dein Haar durchspielend mahnet dich:

VI. 13