Druckschrift 
6 (1852) Die Gruendung Prags
Entstehung
Seite
147
Einzelbild herunterladen
 

147

Aoidon.

Ich trieb den Nagel in des Niemands Eiche!

Li lnissa.

Du triebst den Nagel in Libussen's Eiche,

In Slawosch's Eiche, ja in Peron's Eiche.

Nun sprich, warum triebst du ihn in die Eiche?

Nozh on.

Was frägst du mich gleich einem Buben aus?

Lil> »ssa.

Ich frag dich nicht gleich einem Buben aus,

Du aber sprichst, wie nur ein Bube kann,

Doch werde dir dein Recht wie einem Mann.Verkünde, Slawosch, laut der Eiche Wesen,

Und was im Traume ihr bei ihr gelesen.

Slawosch.

Auf dem Hügel steht die Eiche,

Sie ist wunderbar gestaltet,

Und in ihrem Schatten waltetSchauer, wie im Geisterreiche,

Ihre Wurzeln seltsam greifen,

Seltsam, aber klar und helleIn den Abgrund, oder schweifenDurch die wildgerissne WelleEwig grau bemooster Felsen,

Die sich wie ein Schlachtfeld wälzen.

Die verzerrten Wurzeln scheinenWild Gewürme, hagre Drachen,

Die mit aufgesperrten Rachen,

An erschlagner Niesen BeinenNagend, über Schätzen wachen;

Denn die mondgebleichteu Klippen,Schimmern weiß gleich den Gerippen

10 *