Druckschrift 
6 (1852) Die Gruendung Prags
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
 

39

Treu dienten ihm die Menschen und die Geister,

Zu Budetz in der Schule war er Meister,

Als Herzog hat zu Psary er gesessen;

Da war des Glückes Maaß ihm voll gemessen.

Einst saßen spielend wir allhier im Kreise,

Der Tag war finster, Sonne wollt nicht scheinen,Schwermüthig kam der Vater von der Reise,

Die Mutter sah ihn an und mußte weinen;

Sie nahte ihm und sprach mit ernster Weise:

Mein Krokus, heut' bedroht Gefahr die Deinen,Heut' hütest du vergebens meine Eiche,

Den Ring, den ich dir gab, zurück mir reiche!"

Da sprach ergrimmt der Vater:Fluch der Hand,Die deiner Eiche mit dem Beile droht,

Der Baum ist ewig, ewig ist ein PfandDer heil'ge Ring, den mir die Liebe bot;

Die starke Fessel, die das Glück mir band,

Zerbreche nur der Tod, und nicht die Noth!"

Da hallte rings der Donnerwagen wieder,

Und Peron warf erzürnt den Blitzstrahl nieder!

Lilnissa.

Weh, kein menschliches Herz kann es wagen,

Zu umfassen der göttlichen Güter Fülle.

Sterbliche Schultern können den Himmel nicht tragen,Dem unendlich die Macht und der Wille.

Weh uns! vorn Strahle des Donn'rers erschlagenSank Riva zur Erde, und ihre Freude ward stille!

Lalch a.

Weh, er erzürnte den Gott; denn sein SchwurNannte die Göttin der Liebe, die Lado, nur,

Und dem Donn'rer vergaß er ein Opfer zu reichen,Dem doch geheiligt die ewigen Eichen,