Druckschrift 
6 (1852) Die Gruendung Prags
Entstehung
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

Libussa.

So wird der Götterdienst zum Götzendienste,

So wird der Herrendicnst zur Sclaverei,

So webet in dem heiligen GespinnsteDer Unterirdischen die Zauberei.

In guter Mitte steht die Wage ein,

Der Fuß getragen auf der Erde ruht,

Das Haupt sieht selig in des Himmels Schein,

In Mitten schwebt das Herz gesund und gut.

Was abwärts zieht, ist allzutief dem Menschen,

Was aufwärts zieht, ist allzuhoch dem Menschen,

Der irdisch leben soll, und himmlisch denken,

Daß Erd' und Himmel sich in ihm versöhne,

Jener den Gott, den Menschen diesem schenkenKann nur der Menschlichste der Göttersöhne.

Tct ka.

Mein Haupt möcht' in des Himmels Augen lesenDer guten Götter, Bilobogi, Wesen, is)

Und allzu hoch geht also wohl mein Streben.

K sch a.

Mein Fuß forscht nach des Abgrunds sichren Stufen,Wo mich die finstern Tschernobogi rufen,

Und allzutief dringt also wohl mein Leben.

Libu ssa.

Wie selig ruht das Herz mir in der Mitte,

Der Himmel höret gütig meine Bitte,

Die Erde füllt mit Segen meine Schritte,

Zum Himmel bet ich, lach und wein zur Erde,

Daß mitten in dem Leben wohk mir werde.

4»