Unterschied im Alter und in der Nation mache. Im Gegen-theile scheint sie kein Geschlecht und kein Alter zu verscho-nen; im Bezug auf nationelle Verschiedenheit bemerkt manjedoch, daß die Asiaten, besonders die schwächlichen Einge-borenen, mehr als Europäer befallen und hinweggerafftwerden.
Die Tödtlichkeit ist verschieden; bald stirbt ein Zehntel,
^ bald ein Fünftel, häufig ein Dritttheil, ja die Halste, und! in den Tabellen von Anneslep, der ein treffliches Werk über! Indiens Krankheiten schrieb, kommen Fälle vor, wo alle an! der Brechruhr aufgenommenen Soldaten starben. Ausnehmendzahlreich sind die Opfer in Indien innerhalb 12 Jahren;man berechnet sie sehr verschieden, doch dürfte man wohl! mindestens 4 Millionen annehmen, welche ihren Tod durchdie Brechruhr fanden. Die Cholera möchte in dieser Hin-sicht nur dem schwarzen Tod im i4ten Jahrhundert zu ver-gleichen sein.
k Auch Thiere leiden an dieser furchtbaren Krankheit; diek gezähmten Elephanten wurden befallen, und Lesson erzählt,i daß man auf den Molucken Hunde und Ochsen davon er-griffen sah; er selbst sah zu Amboina einen jungen Sapaju-Affen, der die Zeichen der Krankheit hatte und unter seineni Augen starb. Aehnliche Beobachtungen hat man neuerlichin Orenburg gemacht, wo zwei Hunde eines Arztes, welchedas aus der geöffneten Ader eines Vrechruhrkranken aufden Fußboden gespritzte Blut aufleckten, bald von heftigenKrämpfen befallen wurden und nach kurzer Zeit zu ath-nien aufhvrten.
Die Cholera entsteht durch ein eigenes Miasma in derAtmosphäre; doch kann sie sich, wie jede epidemische Krank-heit auf ihrer Höhe, auch durch Ansteckung fortpflanzen. Esscheint nach Allem, daß der AnsteckungSstoff leicht in derAtmosphäre auflöslich und sehr flüchtig ist, und wohl nichtan festen Körpern haftet. Deshalb scheint sie auch nur mitgrößeren Menschenmassen z. B. Truppenzügen, großen Han-delscaravanen in der Regel zu wandern.