Die Gefahr deS westlichen Europa's, von der Cholera !verheert zu werden, liegt am Tage. Wer dürste wenigstens s
an der Möglichkeit zweifeln, daß sie binnen Jahresfrist am ,
Rhein sei, da sie in weniger als 8 Monaten von Calcuttanach Kandy auf Ceylon drang, oder binnen 6 Monaten queerüber die indische Halbinsel nach Bombay; Entfernungen,welche sich etwa verhalten, wie die von Moskau an die Uferdes Mains und der Spree? Frei und offen, ohne schützen-den Gebirgsdamm liegt Preußen gegen Rußland, und es ^
fragt sich, ob selbst unsere Alpen eine Brustwehr waren, da
sie, ohne Vorterraffen und eigentliche Plateaus, ein vielfachzerrissenes Gebirgsland mit ziemlich niederen Passen darstel-len. Doch könnte ein nordischer Winter in Rußland dasGrab der Cholera, wie einst Napoleons werden.
Merkwürdig für die Genesis der Krankheit bleibt es, daßihre epidemische Conceutration in ein tropisches Deltaland, ^an den Gangesmündungen, in den Sunderbund fällt, welchealle feindseligen Einflüsse eines DeltalandcS der heißen Zone ;vereinigen. Und, wie überall, so waren auch hier verheerendeKriege in Indien, der Conflict verschiedener Völker, ein gün- Hstiges Moment, das von jeher fürchterlichen Seuchen einenfruchtbaren Boden geliehen hat.