Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
320
Einzelbild herunterladen
 

Hindostan darbietet. Auf gleiche Weise verhielt sich die jKrankheit bei ihrer Strömung nach Westen; das Plakeanvon Iran mit einer Erhebung von nahe an 5000 Fuß ver- !wüstete sic noch, drang auch westlich über Mesopotamien bisan die Küsten von Syrien bis nach Diarbekr. So zog sie amsüdlichen Fuß des armenischen Hochlandes vorbei, ohne Ar- szerum, noch sonst eine Stadt Armeniens zu erreichen; LasPlateau von Armenien scheint, bei einer Erhebung von 7000Fuß, ähnlich den Nil-Gern, wie eine Fusel über die Regionder Cholera empor zu ragen. Auch das caucasische Alpen-land bildet wahrscheinlich einen westlichen, von dieser SeiteEuropa schützenden Damm. Aber die Krankheit hat eine ^bequeme Furth von Iran aus, zwischen dem Plateau vonAfghanistan und dem Caucasuö gefunden; dieß ist die Ein-senkung des caspischen Meeres, an dessen Rändern sie fort-geht und wo sie im Wolgadelta schon einmal eine gastliche !Aufnahme fand. Hier hat sie, zwischen dem Ural und demschwarzen Meere, eine breite Straße in das russische Tieflandgefunden und nun im Herzen von Rußland angelangt, hat siefreien Paß in die Ebenen, welche das baltische Meer umgeben.

Nach der Weltkarte von Schnurrer, auf welcher dieser ^geistreiche Arzt die geographische Bertheilung der Krankhei-len verzeichnete, ist auch Lassa in Großtibet als ein Ort an-gegeben, welchen die Cholera erreicht habe. Dieß würdeeine beträchtliche Ausnahme sein; denn diese Stadt liegtnach Ritters Berechnung mindestens 8000 Fuß über demSpiegel des Ozons. Aber wir haben Grund, das ganzeFactum zu bezweifeln. ' >

Wie sich die Cholera in Bezug auf Feuchtigkeit, Elektri-zität der Atmosphäre, Winde re. verhalte, ist bis jetzt nichtgenau auSgemittclt. Nach Gravier, srauzösischem Oberarzte ,zu Pondichery, sind die nothweudigcn Bedingungen zur Ent-srehuug der Brechruhr kalte, feuchte Nächte mit heißen Ta-gen abwechselnd, wie sie zur Zeit des Nord-Ost-Passats Vor-kommen; sobald der Süd-West-Mousson, ein sanfter milderSeewind weht, hört die Seuche gewöhnlich auf. Man hak ^nicht bemerkt, daß die Brechrnhr heim Befallen einen großen