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2 (1831)
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Die einzelnen Formen der welthistorischenKrankheiten.

Il Pcst des Thucydidcs.

Die atheniensische Pest, welche uns Thucydideö mit solebhaften Farben schildert, wurde von den neueren Schrift-stellern bald zn dieser, bald zu jener Krankheit gerechnet.Sprengel erklärt sie für wahre Bnbonenpest, wogegen aberschon Heyne, Sender!, Heeren und Haller sich äußerten; letz-terer hält sie für ein epidemisches, acutes Lungenübel; Mal-fatti und Pfcufer halten sie für Scharlach mit Bräune;Ponpart für eine Art von Scorbut; Smith und Websterfür gelbes Fieber oder ihm ähnlich; Wawruch und Meisterfür ansteckenden Typhuö; Schnnrrcr für Igui8 8acei- oder fürdie ungarische Pcst des löten Jahrhunderts; Krause für Po-cken. Diese verschiedenen Meinungen sind offenbar einerArt von Verblendung zuzuschreiben; indem nemlich die ange-führten Schriftsteller zum Theil die Krankheiten, zu welchensic die atheniensische Pest rechnen, monographisch bearbeite-ten, waren sie so von ihrem Gegenstände eingenommen undin demselben vertieft, daß sie in jeder von den Alten erwähntenSeuche, die von ihnen beschriebene wieder zu finden glaubten.

Die atheniensische Pest kam aus Aethiopien nach Libyenund Egypten, verherrte Persien, LemnoS und andere Gegen-den und erschien 428 vor Ehr. Geb. zn Athen, zuerst imHafen Piräus. Ihre Ansteckung war nicht zu läugncn; siebefiel jeden Menschen nur einmal, und herrschte 5 Jahrelang; vor ihrem gänzlichen Aufhören exacerbirte sie noch ein-mal sehr heftig, während einer große Hitze und Windstille.

Es dürfte wohl am gcrathcnsten sein, die Pest, nach Gil-bert Blaues Vorgang, für eine völlig eigeuthümliche, unter-gegangene Krankhcirsform zu halten, welche, ähnlich demenglischen Schweißficber, in mehreren Epidemien von 42Yvor Ehr. Geb. bis ins 4te Jahrhundert nach Ehr. Geb.,jene Länder verheerte, bis sie erlosch, und der VubonenpefcPlatz machte. In jenem Zeiträume erschienen mehrere große