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spanien genannt, zur Zeit seiner Entdeckung von den Euro-päern. Es ist fast gewiß, daß es schon andere Völker inMexico gab, als die Azteken, die ältesten' Bewohner vonMexico, deren Geschichte uns bekannt ist, von Nordwesten,aus unbekannten Gegenden, im Jahre 648 zum erstenmale inMexico erschienen. Die Azteken, und die ihnen sprachver-wandten und zu ihnen gehörigen Tulteken, Chichimeken, Na-hualteken und Acolhuen durchzogen, mehrere Jahrhundertelange, Mexico, und ließen daselbst Spuren von Civilisationund Kultur zurück. Humboldt hat die, wie er selbst zugc-steht, schwankende, aber nicht ganz unwahrscheinliche Hypo-these aufgestellt, daß die Tulteken oder Azteken wohl ei»Theil der Hiognus sein könnten, welche, nach den chinesischenGeschichtsbüchern, unter ihrem Anführer Pnnon ausgewan-dert sind, und sich im Norden von Sibirien verloren haben;ein Theil derselben Nation, welche unter dem Namen derHunnen, Ostasien und Europa überschwemmte und bis in dieEbenen der Champagne vordrang.
»Als die Spanier Mexico eroberten,« erzählt der be-rühmte deutsche Reisende, »fanden sie in den Ländern jenseitsdes Parallelkreises vom Losten Grad nur sehr wenige Ein-wohner. Sie waren der Aufenthalt der Chichimeken undOtomiten, zweier Nomaden-Völker, deren wenige Horden un-geheure Landstrecken inne hatten. Die Bevölkerung scheintsich überhaupt, vom 7ten bis zum l6ten Jahrhundert immergegen Süden gedrängt zu haben. Aus den Gegenden nörd-lich vom Rio Gila kamen die kriegerischen Nationen, welchenach einander das Land von Anahuac überschwemmten. Esist unbekannt, ob dieß ihr ursprüngliches Vaterland war, oderob sie, eigentlich aus Asien und der Nordwestküste von Ame-rica abstammend, blos die Steppen von Nabajoa und vomMoqui durchzogen haben, um an den Rio Gila zu kommen.Durch die hieroglyphischen Gemälde der Azteken ist uns in-deß das Andenken an die Hauptepochen der großen amcrica-nischen Völkerwanderung überliefert worden. Sie hat einigeÄhnlichkeit mit derjenigen, welche Europa im fünften Jahr-hundert in einen Zustand von Barbarei gestürzt hat.«