Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
157
Einzelbild herunterladen
 

17,7

Widdah und Popo die mächtigsten Nationen der Küste; jetztsindes die Dahomep.

Die klugen, schlanen, blutdürstigen und rachsüchtigen Da-homey sind sehr kriegerisch, drangen ans dem Innern hervorund unterjochten die Küstenneger. Die Widdah sind gut ge-baut und groß, sehr gewandt und, obwohl von dunkler Farbe,nicht so schwarz, als die Neger am Senegal. Die kräftigenArdrah dagegen sind sehr schwarz gefärbt. Die Bewohner vonBenin, bei welchen vorzüglich der Sklavenhandel einheimischist, sind sehr wenig bekannt; sie sind zum Theil gelber als dieNeger der Goldküste, nnd selbst bei vollkommener Gesundheitscheinen sie stets im Weißen des Auges eine gelbliche Fär-bung durch Gallenpigment zu haben.

Noch können wir als zwei besondere Nationen die Hiosund Calabarer unterscheiden; erstere machen ein großes, mäch-tiges Reich im Binnenlande nordöstlich von dem KüstenlandeArdrah ans; sie sind gut gewachsen, stark, dunkelschwarz, mu-thig nnd kühn; südlich davon wohnen die feinen und gewand-ten Calabarer, welche zu den grausamsten und verdorbenstenSklavenhändlern gehören.

Wir wenden uns von chen ewig wechselnden Negerreichen,die in der tiefsten sittlichen Erniedrigung stehen, zu denschwarzen Bewohnern des Sudans. .

8) Die Völker im Innern von Africa oder des, Sudans.

Der Sudan, das Land der Schwarzen, mit welchem Na-men das ganze Innere von Africa, jenseits der großen Wü-sten bezeichnet wird, ist meist von ächten Negern bewohnt,mit krausem, wolligem Haare nnd schwarzer Farbe; dazwi-schen sind aber andre rothe, oder kupferfarbene, selbst deirEuropäern in der Bildung ähnliche Neger gemengt; diebraunen Fellatahs, schon oben als Zweig der Fulah betrach-tet, haben sich über einen großen Theil des Sudans verbrei-tet, und im östlichem Theil Hansen räuberische Beduinen^stänime, arabischer Abkunft. Ucberall im Sudan wird derSklavenhandel getrieben; die Sklaven kommen aus den be-