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schlank und wohl proportionirt. Ihr Körper ist zart, ge-schmeidig, gelenk und sehr ausdauernd, obwohl ihm dieStarke und Muskelkraft des Europäers fehlt. Der indi-sche Gaukler und Tänzer übertrifft an Gewandtheit alles,was man der Art bei uns sieht. Stärker und größer alsdie Bewohner von Bengalen sind die nördlichen Gebirgsbe-wohner. Der Kopf ist klein, die Stirne schmal, daS> Gesichtlänglich und mager; der Schädel bietet in dem Bau keinewesentlichen Verschiedenheiten vom Europäer dar, und über-haupt scheinen im ganzen Knochengerüste nur die Schcnkel-knochen eine, im Verhältniß zu andern Nationen überwie-gende, Größe gegen den Rumpf zu haben. Schlanke, feineGlieder, eine ausnehmend zarte Haut und kleine, zierlicheHände und Füße zeichnen den Indier ans. So sind dieHände der Indianerinnen aus der niedrigsten Dolksklassezarter, als die einer vornehmen europäischen Dame, und dieHandgriffe indischer Säbel sind für europäische Soldaten zuklein, ihr Gefühl ist außerordentlich fein. Die Spinnerinin Bengalen, erzählt Ritter, unterscheidet im rohen Cocondes Seidengespinnstes, Ao verschiedene Grade der Feinheitdurch das Gefühl und sortirt darnach mit größter Schärfeden Faden; die Hand des Musselinwebers ist so zart gebil-det, daß er auf dem einfachsten Webstuhl das feinste Cambrieverfertigt, wo die starren europäischen Finger ganz unterdenselben Verhältnissen, nur höchstens ein Stück Canvaß zuStande bringen können. Jede Provinz in Indostan bringt'ein eigenthümliches Gewebe zu Markte, dessen Art sich alstraditionelle Kunst von Geschlecht zu Geschlecht forterbt.
Die indischen Gesichtszüge haben etwas Melancholischesund Weibisches, sind aber nicht ohne Schöuheit, besondersin den höheren Kasten und in den nördlichen Provinzen, woman schöne Leute mit ovalem Gesicht und Adlernasen sinket.Der Ansdruck hat gewöhnlich eine mit Furchtsamkeit 'ge-mischte Weichheit und Milde. Nach Forbes sind die Zügeder Hindus regclpiäßig und ausdrucksvoll und ihre Augenschwarz. Die Weiber sind in jungen Jahren zart und schön,so hübsch, als es ihre Olivensarbe zuläßt; sie haben feine,