Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
117
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Menschen und nähren sich auf einem Boden, den die Warmeund Reinheit deö Climas mit Produkten aller Art versah.Im Osten und Westen vom Meer bespühlt, im Norden vondem höchsten Gebirge der Erde, dem Himalaya und den herr-lichsten Alpenterasscn, den Hochgebirgsthälern von Nepaul,Sirinagnr und Kaschmir begrenzt, wird es von gewaltigenFlüßen durchströmt und vereint Gcbirgs- mit Flachland.Frühe war das herrliche Indostan der Sitz von Bildung undWissenschaft; mächtige und bevölkerte Staaten blühten, wel-che ein fein ausgefponnenes Neligionsfystem verband. Nieerobernd, im stillen Frieden fortlebend, war Indostan einsteter Anziehungspunkt der Eroberung seit den ältesten Zei-ten. Aber theilS kamen die Eroberer in zu geringer Menge,um bei ihren Niederlassungen eine wesentliche Veränderungunter dem zahlreichen Volke hervorzubringen, theils, wie sohäufig in der Geschichte, haben die Eroberer Sitte und Le-bensart der Besiegten angenommen; und wie stets die lockendeVerweichlichung die rauhe Abhärtung und Stärke besiegtund sich gleich macht, so sind auch in Indostan alle Einwan-derer, die Guebern, Perser, Araber, Mongolen, Portugiesenund Britten zu Hindus geworden.

Die Beschreibungen von Dionysius, Strabo und Arrianstimmen mit den Neueren in Bezug auf Sitte und physischenBau der Indier sehr überein. Seit uralter Zeit besteht inIndien eine Eintheilung des Volks in eine Anzahl Kasten,welche ein getrenntes Geschäft und Leben führen, und sichnicht unter einander verheirathcu. Diese Kasten zeigen auchim Baue und Aussehen große Verschiedenheiten; einige zeich-nen sich durch einen hohen Grad von Schönheit, anderedurch Häßlichkeit aus; doch ist die eigenthümliche indischeNationalform in den Zügen aller erhalten. Die Hindu vonCeylon, die Bewohner des Plateaus von Dekan, die Berg-bewohner am südlichen Abfall des Himalaya und die Indierim Flachland des Sind's und Ganges erleiden zwar nachihren verschiedenen Sitzen mannichfaltige Schattirungen undNüancen, haben aber hoch alle einen Grundcharacter.

Im Allgemeinen sind die Indier von mittlerer Statur,