Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
24
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Die mühsamen Untersuchungen Cnviers und Brongniartshaben für die Pariser Umgegend eine Reihe von abwechseln-den Meeres- und Süßwasserablagerungen kennen gelehrt,welche von andern Naturforschern spater auch in anderenGegenden nachgewiesen wurden. Auf der Kreide, einer deut-lichen Meereöbildung, kommt ein Gestein mit Land- undSüßwasserthierresten, hierauf ein Lager mit Seeprodukten,dann wieder eine Formation mit Land- und Süßwasserpro-dukten, welcher die letzte Meeresbildung folgt, auf deren tro-ckenem Boden nun eine neue Welt von Geschöpfen gedieh.Die oben angeführten Beobachter nehmen nur eine doppelteWiederkehr des Meeres an, welche immer wieder daS Landin die Wellen begrub; sie stoßen aber dabei auf so vieleSchwierigkeiten, daß Prevost und viele andere Geologen einesolche mehrmalige Meeresüberschwemmung von Landthierenbewohnter und mit Vegetation bedeckter Gegenden für un-möglich halten und z. B. für die Pariser Gegend annehmen,daß dieselbe vor alter Zeit bis an die Loire und über denCanal la Manche, bis, zur Insel Wight, ein großes Beckendarstellte, einen gesalzenen See, welchen beträchtliche Wasser-ströme durchkreuzten, die abwechselnd vom Meere und vonden Continenten kamen und eine Vermengung und innigeVerbindung von See- und Süßwasserbildungen bewirkten.Das Becken stand spater nicht mehr, in Folge der allmähli-gen Abnahme deö Ozeans, in unmittelbarer Verbindung mitletzterem, und das Niveau seiner Gewässer befand sich dannunter dem Meere. Nun erfolgte ein zufälliger Einbruch desOzeans, welcher Sand und die Schichten deö oberen meeri-schen Sandsteins absetzte. Dann zog sich das Meer völligzurück, das Becken enthielt nur noch süßes Wasser von gerin-ger Tiefe; cs entstanden Thiere; Pflanzen breiteten sich auö,und der Mühlsteinquarz und Süßwasserkalk setzte sich ab, überwelche zuletzt die Gewässer der Sündfluth hinwcgstürzteu.Aber auch diese künstliche Hypothese genügt keineswegs; sokann durch eine blos mechanische Zusammenführung der Mee-res- und Süßwasserbilduugen nicht erklärt werden, wie esmöglich ist, baß mitten in diesen Formationen unauflösliche