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Luftfeuchtigkeit und Cholera : ein meteorologischer Beitrag zur allgemeinen Charakteristik der Krankheit
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mcnstellung zufälliger Weise diese Annahme scheinbar begünstigte. Ab-sichtlich habe ich auch hier diejenige Zahlenreihe graphisch dargcstcllt,welche unter allen am wenigsten übereinstimmt. Denn cs ist leicht er-sichtlich, dass die Linien nach der S. 12. mitgetheiltcn Tabelle der halb-wöchentlichen 3Iittel construirt bis zuletzt einen viel grösseren Parallclis-xnus zeigen müssen, so dass sich alle Wellen der Dunstlinie in der Cho-leralinie wiederholen werden, wenn gleich die letztere von der ersteren im-mer mehr sich entfernen wird. Zeigt nun aber schon die aus den un-günstigeren 3Iittelzahlen construirte graphische Darstellung soviel Zusam-menhang; so beweist dies nur noch mehr für die in llcde stehende Sache.

7. Einfluss des Windes auf die Cholera.

Sollte sich durch die vorliegenden Beobachtungen ein Einfluss der at-mosphärischen Dunstmenge auf den Verlauf der Krankheit als sehr wahr-scheinlich darstellen: so ist damit weder bewiesen, dass die Krankheitdiesem Dunste ihr Entstehen verdanke, noch dass sie nicht auch anderen at-mosphärischen Einflüssen ausgesetzt sei. Wir haben («runde, zu vermu-then, dass auch die Luft-Electricität in einem gewissen Zusammenhängemit der Krankheit stehe, da sich nach einigen Beobachtungen heftige Ge-witterregen als heilbringend bewährt haben sollen, auch in Wien geradebeim Eintreten der Cholera nach den Zeitungsnachrichten schwache Luft-

Electricität beobachtet sein soll. Es sind mir keine clectrometrischen Be-

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obachtungcn bekannt, die hier am Orte in dieser Zeit angestellt wordenwären. Ich selbst hatte nicht Gelegenheit, diese Untersuchungen vorzu-nehmen, die, wenn sie vergleichbar sein sollen, eine Einrichtung erfordern,welche von mir in der neu bezogenen Wohnung so schnell nicht bewirktwerden konnte. Deshalb weiss ich über das electrischc Verhalten leidernichts anzugeben. Dass bei sehr feuchter Luft sich auch weniger ele-ctrische Spannung zeigt, ist übrigens eine bekannte, leicht erklärlicheThatsache. Dass ferner der Wind auf miasmatische Übel einigenEinflusss üben könne, ist an sich deutlich und wenn die Cholera durchein Luft-3Jiasma verbreitet wird, wie es die Ansicht mancher Arzte ist,so würde auch die Richtung des Windes in Erwägung zu ziehen sein. Umin dieser Beziehung meinen Lesern doch auch das zu bieten, was ich ausder Erfahrung dieser 12 Wochen entnehmen kann, habe ich die Cholera-Linie auf der zweiten Tafel noch einmal gezeichnet, und zwar so, dass inderselben die Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit schon gewissermassenausgeglichen ist. Diese Ausgleichung ist so bewirkt worden, dass aus dem3Iittel der Beobachtungen vom 1. September bis 25. October berechnet