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Luftfeuchtigkeit und Cholera : ein meteorologischer Beitrag zur allgemeinen Charakteristik der Krankheit
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Behörden genaue Berichte über Erkrankungen, Genesungen, Sterbcfälleu. dg!, einzogen; aber manche andere Umstände, welche durch die Schulzbeabsichtigenden Maassregcln herbeigeführt wurden, veranlassten auch auf derandern Seite Verheimlichungen des Übels, wo cs sich wirklich gezeigthatte; auch liess sich von der Art des bei dieser Coutrolle eingeführtenGeschäftsganges vcrmutlicn, dass Angaben, die früher hätten gemacht wer-den sollen, verspätet wurden. Durch diese und andere Abweichungen vondem, was die Controllc bezweckte, sind die Resultate derselben getrübtund wer aus ihnen einen Schluss ziehen will, muss mit Vorsicht zu Werkegehen, um nicht sich oder andere zu täuschen.

Unter Voraussetzung einer ganz genauen G'ontrolle würde die Zahl dertäglichen Erkrankungen einen 3Iaassstab für die Entwickelung der Krank-heit abgeben können. Denn die Krankheit existirt ja nur in den Kranken,wächst mithin, wenn die Anzahl derselben zunimmt, und nimmt auch mitdieser Anzahl alt.

Die officiellen Angaben über diesen Punkt können auf doppelte Weiseentstellt sein

1. durch Verheimlichungen. Hier lässt sich aber wohl nichtohne Grund annchmcn, dass solche Verheimlichungen täglich Vorkommen,und dass die Zahl der nicht gemeldeten Kranken zu der der gemeldeten,wenn auch nicht genau doch ziemlich genau, in demselben Yerliältnissstehe. Wäre das Vcrliiiltniss ganz genau jeden Tag dasselbe, so würdendie officiellen Zahlen, wenn auch nicht absolut richtig, doch relativ denGang der Krankheit genau bezeichnen; da aber das gedachte Vcrhälfnissnicht genau immer dasselbe bleibt, so wird auch die oflicielle Angabenicht mehr genau von Tag zu Tag den Gang der Krankheit bezeichnen;sondern nur zu einer ungefähren Vergleichung dienen können. JenesYerliältniss der nicht gemeldeten zu den gemeldeten wird aber nothwendi-gerweise einmal grösser, ein andermal kleiner sein: so dass also im erstenPalle die oflicielle Zahl zu gross, im andern Falle zu klein gegen dieje-nige erscheint, welche wir erhalten müssten, wenn das Yerliältniss derAich (gerne Id et eil zu den Gemeldeten ein constantes wäre, und so muss sichin den Mittelzahlcn von 4 zu 4 Tagen oder von 5 zu 5 Tagen dieserUebclstand fast ganz ausgleichcn.

2. durch Ycrsp ä tungen der Anzeigen, wodurch Meldungen, die eigent-lich für frühere Tage gehörten, auf spätere fallen. Dass sich auch dieseFehler in den Slittclzalilen ausgleichen, ist einleuchtend. Die Summen derin 4 Tagen Erkrankten werden offenbar nicht geändert, wenn einige amersten Tage zu meldende der Zahl des zweiten Tages beigefügt sind;