ein Auffassen dieser Verhältnisse im Grofsen kann uns irgend einenAufschlufs gehen.
So verdienstlich es ist, eine einzelne Quelle physisch, mcdicinischund historisch zu beschreiben, so nützlich ist es, den Blick über dieGesammtheit der Mineralquellen auszudehnen.
Deutschland erscheint auch von dieser Seite reich und ausee-zeichnet und stellt sowohl in Mannigfaltigkeit als Bedeutsamkeit seinerHeilquellen keinem Lande nach.
Dem praktischen Arzte, der durch seine Stellung und Beschäf-tigung mehr auf die unbestimmten und unbestimmbaren Gegenständeverwiesen ist, thut ein Umgang mit den genauer zu bestimmendenGegenständen der Natur noth, wenn er nicht in dunkeln Combina-tionen und Mysticismus seiner Kunst untergeben will.
Dem bürgerlichen Arzte, dem kein Krankenhaus zum Schauplatzseiner Thätigkeit angewiesen ist, und besonders dem städtischen Arzte,dem die unmittelbare Naturbetrachtunc entzogen ist, liegen zu seinerBetrachtung, aufscr dem Menschen in allen seinen Beziehungen, dieMittel, Krankheiten zu heilen, am nächsten, und unter diesen nehmendann wieder die Mineralquellen die erste Stelle ein.
Bei der Bearbeitung solcher Gegenstände, die das Gebiet vielerFächer berühren, kommt es mehr darauf an, eine organischc Ansichtdes Ganzen, als eine bis in das kleinste Einzelne genaue Untersuchungzu geben. Ich wünsche hiermit die Fehler und Lücken zu entschul-digen, welche der Kenner in diesen Skizzen finden wird; denn Beides,Abhandlung und Charte, bilden nur Umrisse, die weder auf Verdienstund Auszeichnung, noch auf allgemeine Billigung Anspruch machen.Sie wollen nur betrachtet, verstanden, verbessert — und vergessen werden.Es ist mehr an der Zeit, zu zeichnen und anschaulich zu machen, alsweitläufig zu beschreiben; die Lithographie ist ganz geeignet, diesem Be-dürfnisse zu genügen: durch sie ist cs möglich, ohne grofseKosten, Ge-danken bildlich darzustellen und Blätter zu entwerfen, deren Existenzdurch bald folgende Verbesserungen überflüssig und ephemer wird..
So wünsche ich denn, dafs diese Zusammenstellung ähnliche Be-arbeitungen von einzelnen Gegenden und ganzen Ländern, durchhöhere Meister, veranlasse, und dafs sie eher nach dem, was sie zuseyn gestrebt hat, als nach dem, was sie ist, beurtlieilt werde.
Dem ärztlichen Publicum hoffe ich durch diese anschaulicheDarstellung ein neues Interesse an den Mineralquellen, die schon sovielfach ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen, erweckt, und bei denHer ren Subscribcntcn die Verzögerung des Erscheinens, welche durcheine Reise nach London und Geschäfte vcranlafst wurde, dadurchvergütet zu haben, dafs ich mehr geleistet, als versprochen.
Köln, 1831. Dr. Stucke.