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Wichtiger ist die Periode des dreißigjährigen Kriegesfür die Fortschritte der Kultur der Geschützkunde.
Vielfache Erfahrungen und die Versuche der geschick-testen Artilleristen der damaligen Zeit, eines Ludwig Col-lado, RiviuS, Uffano, Linar rr. hakten genugsamdargethan, daß übermäßige Länge des Rohrs die Schuß-weiten nicht vermehre, sondern vielmehr ihnen nachtheiligsey. Eben so hatten diese Männer gezeigt, daß man dieansehnlichen Metallstärken und Puloerladungen bedeutendvermindern könne, ohne der Haltbarkeit der Geschütze oderder Größe der Schußweiten dadurch zu schaden. Alleintrotz dem, daß diese Versuche sattsam bekannt waren, sogelang es doch nicht, den großen Haufen der Artilleristender damaligen Zeit davon zu überzeugen. Es war da-mals, wie leider zu allen Zeiten: Zunft- und Kastengeist,der voll Eigendünkel und Dorurtheil an dem Gewohntenund Hergebrachten hing, widersetzte sich hartnäckig jederneuen, wenn auch noch so vernunftgemäßen Verbesserung.Das Zeitalter bedurfte eines Mannes, der frei von Dor-urtheil, und mit der gehörigen Klarheit und Schärfe SeüVerstandes begabt, zugleich so hoch stand, daß er dadurchim Stande war, feine Meinung und seinen Willen mitKraft durchzusetzcn. Dieser Mann war Gustav Adolph,der größte Feldherr seiner, einer der größeren aller Zeiten.Frei von Dorurtheilcn jeder Art, vertraut mit den bestenSchriftstellern der früher« und neuern Zeit, ward er derSchöpfer einer neuen Kriegskunst, deren Wesentliches nochjetzt besteht, und die in offner Feldschlacht jedesmal, selbstüber die Mehrzahl der Feinde, den Sieg davon trug.
Der durch den westphälischen Frieden endlich beendigtefast hundertjährige Krieg hakte großen und wichtigen Ein-stuß auf die Kriegskunst im Allgemeinen und auf die Ar-tillerie insbesondere gehabt. Die letztere gewann nach ge-rade ein mehr wissenschaftliches Ansehen, und auf die Fer-