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Geschichte des Geschützwesens und der Artillerie in Europa : von ihrem Ursprunge bis auf die gegenwärtigen Zeiten ; mit besonderer Bezugnahme auf die preußische Artillerie
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tigkeit und Geschicklichkeit der Artilleristen wurde ein ho»her W-rt>, gelegt und mit großer Strenge darauf gehal-ten. Ein Beweis dafür ist, daß Ferdinand als Königvon Ungarn, schon 16^4 bei der Belagerung von Regens-burg einen Artilleristen aufhängen ließ, weil er zwanzig-mal hinter einander einen Thurm gefehlt hatte.

Die Franzosen waren jetzt diejenigen, die unter derRegierung Ludwigs XIV. große Fortschritte in der Ge-schützkunst machten, so wie überhaupt in allen militaici-schen Wissenschaften.

Zu Ende des >7tcn Jahrhunderts wurde der Probir»Mörser in Frankreich erfunden, und schon 178g wiederholteDelidor zu la Fere die frühern von Metz ange-stellren Versuche zur Ausmittelung einer zweckmäßigen ver-minderten Ladung der Geschütze, die durch den KardinalFleuri nunmehr auf ein Drittel der Kugelschwere festge-setzt ward.

Man hatte bis dahin von der Kugelbahn entwedergar keine oder höchst verworrene Begriffe gehabt, und die ^Schußweiten nur durch Probeschüsse bestimmt. Galilei, >in seinem >628 zu Leiden herausgekommcnen Werke, undsein Schüler Toricelli wendete zuerst die von jenen« ent-deckte Theorie von den Gesetzen sreifallcnder Körper aufdie Geschosse an. Oe CHalles erweiterte diese Theorie,und war der erste, der 1674 bie Geschützwissenschaft in die >Reihe der mathematischen aufnahm. Oer Freiherr vonWolf war wiederum der erste Deutsche, der 26 Jahrespäter ihm darin nachfolgte. Früher hakte cs schon der !Engländer Anderson gethan, und Blondel 1678, bis ,endlich Newton 1687 die richtigen Gesetze der fallenden IKörper im widerstehenden Mittel lehrte. Jetzt war dieBahn zur Auflösung des schwierigen Problems gebrochen,und wurde von mehreren gelehrten Männern, besondersober von Belidor, aus das eifrigste verfolgt. Ander-