81
der Kugelbahn, und führte schon iZZi zu Verona denBeweis, daß der Richtungswinkel von HZ Graden diegrößte Wurfweite gebe. Tartaglia'S Weck erschienrZ3/, das des Biringoccio 1 ZH 0 und erlebte viele Auf-lagen.
Nächstdcm waren die Deutschen diejenigen, welcheim wissenschasrlichen Theil der Geschützkunst die ersten be-deutenden Fortschritte machten, und cs ist bereits an einemandern Orte erwähnt worden, daß die Düchscnmeister,welche sich durch richtiges Tressen auszeichneten, fast durch-gängig Deutsche waren. Die wesentlichsten Verbesserun-gen im Schieß- und Richtwescn verdanken wir ebenfallsunfern Landsleuten. Vor allen hat Jakob Preuß we-sentliche Verdienste um die Verbesserung des Geschützwe-sens in Deutschland, und ist zugleich als der Stammvaterder deutschen Artillerie-Likkerarur anzuschcn.
Karl V. hat die Artillerie-Wissenschaft eigentlich da-durch begründet, daß er sowohl in Spanien, als auch inItalien die ersten Artillerie-Schulen anlegkc. OieVcnekianer sollen — andern Nachrichten zufolge — ihmdarin sogar vorangegangcn seyn.
In der Periode der spanisch-niederländischen Kriege(rZ6g—»6og) lebte Diego Ufano, ein spanischer Ar-tillerie-Hauptniann, der sich um die Wissenschaft sehrverdient gemacht, und durch Herausgabe eines Werkesüber die Artillerie und deren Gebrauch viel zu den Fort-schritten beigetragen hat, deren sie sich in jener Zeit er-freute, und die zum Theil bis aus unsre Zeiten sich fork-gepstanzk haben. Ufano's Werk wurde später ins Deutscheund Französische übersetzt, und kann als das beste überdie Artillerie jenes Zeitraums angesehen werden.
In der Artillerie-Schule zu Burgos in Spanien,welche Karl V. errichtet hatte, wurden die Zöglinge beson-ders in den praktischen Theiken der Wissenschaft unkerwic-
F