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Geschichte des Geschützwesens und der Artillerie in Europa : von ihrem Ursprunge bis auf die gegenwärtigen Zeiten ; mit besonderer Bezugnahme auf die preußische Artillerie
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Ludwigs XIV. erhielten alle neue Mörser sogenannte spa-nische, d. h. kugelförmige oder birnenförmige Kammern.

Ein Florentiner, Namens Petri, erfand zu Endedes 17 ren Jahrhunderts die kegelförmigen (konischen)Kammern und die sogenannten Re l> h ü nerm 0rser, welcheeinen Hauptflug, und dreizehn kleinere rund um den Um-kreis des ersteren hatten, aus denen kleine (Hand-) Gra-naten geworfen wurden. In der Vectheidigung von Bo u-chain 1702, und der Belagerung von Lille 1708, wur-den sie gebraucht, haben aber keinen sonderlichen Beifallgefunden. Oie Erfindung einer andern Art Mörser, diemit den vorigen entfernte Ähnlichkeit hakten, wird demholländischen Ingenieur Cvehorn zugeschcieben; sie be-stand aus mehreren nebencinandergcstellren kleinen Mör-sern, allein nach Montecurulis Memoiren soll der kaiser-liche Artillerie-Oberst Holst sich deren schon im Jahre166g bedient haben. Oie Üstreichec führen noch heutzu-tage 6pfündige Mörser (Eisengewicht) unter dem Namender Coehornen.

Oie Einrichtung der Lasteten hielt mit den Verbesse-rungen der Geschütze ziemlich gleichen Schritt, doch gin-gen die Franzosen den Deutschen bald in dem Bestrebendie Schwerfälligkeit derselben zu vermindern voraus. Siesind als die Erfinder der heutigen Motierklötze anzusehen,denn sie hatten schon sehr lange stehende Mortiece, alsdie Deutschen sich immer noch der hängenden bedien-ten. Auch die eisernen Mörstrschemel (orapsux) und dieFußmörser (nach Art des Probirmörsers), die jedoch baldwieder abgeschafsc wurden, find in Frankreich erfunden.

Oie Haubitzen blieben, wie schon früher bemerkt, denFranzosen in diesem Zeiträume noch unbekannt; bei dendeutschen Heeren ward aber ihr Gebrauch im Felde schonnach der Mitte des I7ten Jahrhunderts allgemein, undman schoß aus ihnen theils Granaten und Vrandkugcln,