Druckschrift 
Die Doppelsterne
Entstehung
Seite
90
Einzelbild herunterladen
 

so

suchung des Gegenstandes wird uns bald zeigen, ob diese Voraus-setzung richtig ist, oder ob, jenseits unseres Sonnensystems, viel-leicht ganz andere Gesetze der Bewegung herrschen.

(Verschiedenheit derVchnScstknnmmg Leg den Wanctenund beg denDoxxclslernen.) Sobald man daher bey einem Doppelsterne be-merkt, daß der eine derselben sich um den andern bewegt, so wirdes, diese Bewegung näher kennen zu lernen, nöthig seyn, die-jenige Ellipse, in welcher die Bewegung vor sich geht, d. h. also,die Elemente der neuen Sternbahn zu bestimmen.

Dieses Geschäft wird hier offenbar nicht weniger schwierigseyn, als es dort für die Planetenbahnen gewesen ist. Zwar ha-ben wir hier den Vortheil, daß wir keine Veränderung in demStandpunete des Beobachters zu berücksichtigen brauchen, da we-gen der ungemeinen Entfernung der Fixsterne die ganze Erdbahnnur als ein einziger Punct betrachtet werden kann. Aber dafürfehlt es auch wieder an manchen Nachtheilen nicht, die wir dortnicht angetroffen haben» Bey der Bahnbestimmung der Planetenhatten wir nur sechs Elemente, weil die Masse der Sonne, vonwelcher, wie wir gesehen haben, die Eharaetcristik unsers Pla-netensystems abhängt, aus andern Beobachtungen als bekanntangenommen werden konnte. Bey jenen Doppelsternen aber istLas nicht der Fall. Die Massen der bepden Sonnen, welche dasneue System bilden, sind uns gänzlich unbekannt, also ist auchjener constante Faetor, der das Verhältniß der Fläche zur Zeitausdrückt, nicht gegeben, und da dieser zur Bestimmung der Be-wegung nothwsndig ist, so bildet er gleichsam im Element einesiebente unbekannte Größe mehr, die mir zu suchen haben.

Wichtiger noch ist die neue Art von Beobachtungen, die wirhier unfern Untersuchungen zu Grunde legen müssen. Wir habennichts als die beobachteten Distanzen und die verschiedenen Po-sitionswinkel V, welche diese Distanzen mit irgend einer festenLinie bilden. Allein diese beyden Großen sind bloß scheinbar, siesind nicht diese Distanzen und diese Winkel selbst, welche die bey-den Sterne mit einander machen, sondern sie sind bloß die Pro-jectionen dieser Größen auf einer Ebene, die senkrecht auf unserer