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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
873
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Pwccß der Exminister Karl X.

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das Ministerium eintrat, und gründctt seine Anklage auf das Verfahren der Mi-nister im Allgemeinen, hob aber insbesondere hervor: 1) die in einem Circular desMinisters Pepronnet ausgestellte Prätension, daß alle Beamte des Staats schul-dig seien, bei den Wahlen in dem Sinne der jedesmaligen Minister zu stimmen;

2) die Auflösung der Deputirtenkammer, blos auf die getroffenen Wahlen; und

3) die Verordnungen vom 25. Jul. 1830, von welchen das Ministerium wohlwußte, daß sie das Volk aufregen und gewaltsame Schritte herbeiführen müßten.Mit diesem letzten wurden dann die von dem Ministerium gemachten Anstalten zublutigen Maßregeln und die Hartnäckigkeit und Fortsetzung derselben, nachdem dieJnsurrectien in Paris schon einen ernsten Charakter angenommen hatte, in Ver-bindung gebracht. Verlangt wurde noch eine nähere faktische Aufklärung der Auf-tritte zu Montauban, wo die Wahl durch eine bewaffnete Bande zu Gunsten desministeriellen Candidaten gestört worden war, der mit dem Auslande angeknüpf-ten Verbindungen zum Sturz der repräsentativen Verfassung und endlich der inder Normandie ausgebrochenen Feuersbrünste (über 300), welche offenbar einenpolitischen Charakter hatten und von einer Partei der andern schuld gegeben wur-den. Diese letztecn drei Gegenstände sind aber nicht weiter aufgeklärt worden, ob-gleich in Ansehung der Brandstiftungen ei-n besonderer Umstand Licht zu verspre-chen schien. Ein Mensch, Namens Bcrrke, welcher wegen Betrügereien in Tou-louse verhaftet war, schrieb an den Deputaten Verenger (einen der Anklagecom-miffarien), daß er den Auftrag erhalten habe, im südlichen Frankreich (Provence,Languedoc, Dauphine) eine Reihe von Brandstiftungen zu veranstalten, derenPlan von einer mächtigen Hand geleitet werde. Auch fanden sich mehre jungeMädchen, welche wegen der Brandstiftungen in der Normandie theils zum Tode,theils zu 20jähriger Gefangenschaft verurtheilt waren, und in deren Aussagen manetwas Geheimnißvolles zu finden glaubte, indem sie durch Eide gebunden zu seinschienen, mit der Wahrheit zurückzuhalten. Bcrrie war auf jeden Fall ein schlech-tes Subject, aber ein frömmelnder Heuchler, welcher sich des besonder» Schutzesder Geistlichkeit, zumal der Jesuiten zu Montrouge erfreute. Alle diese Fadenführten jedoch nicht zu weitern Entdeckungen. Fürst Polignac wies die Anschul-digung, daß er an jenen Brandstiftungen den entferntesten Antheil genommenhabe, mit Unwillen zurück, und es ist wol offenbar, daß ein Mensch wie Berrienicht im Stande war, den mindesten Verdacht auf den Fürsten zu bringen, indemes gar zu deutlich war, daß er, da ihm die Jesuiten nicht mehr helfen konnten, sichdurch dergleichen Anklagen nur die Gunst der nunmehrigen Machthaber zu ver-schaffen suchte. Die Brandstiftungen haben aufgehört, t-md obgleich man darübernicht zweifelhaft ist, daß ihre Ursache kn politisch-religiösem Fanatismus zu suchensei, so hat sich doch der nähere Zusammenhang nicht entdeckt. Mittlerweile wa-ren vier Minister verhaftet worden, drei andere, d'Haussez, Montbel undCapelle, waren entkommen. Der Fürst Polignac zeigte der Pairskammer seineVerhaftung an, und zugleich meldete der Justizminister (Dupont), daß auchGraf Peyronne! in Tours angehalten worden sei; beide würden durch das öffent-liche Gerücht (clamenr publique) als Urheber von Handlungen bezeichnet, wegenderen die Deputirtenkammer eine Anklage derselben beabsichtige. Aus diese Angabewurde die Verhaftung Polignac's von der Pairskammer genehmigt in der Sitzungvom 23. Aug Von der Deputirtenkammer war eine Commission ernannt, um dievorläufige Vernehmung der Angeklagten und einiger Zeugen zu bewirken. DieDeputirten Madker de Montjau, Mauguin und Verenger verhörten die Ministerim Schlosse zu Vincennes, und erstatteten am 23. Sept. ihren Bericht an dieKammer. Dieser Bericht geht auch wieder kn allgemeinen Zügen die successiveBildung des Ministeriums und seine ganze Verwaltung durch, und zeigt, wie vonAnfang an die Umstürzung der Verfassung und die Herstellung einer absoluten