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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
405
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Pac 405

P.

^)ac (Ludirig Michael, Graf), stammt aus der alten florentinischen Fa-milie Pazzi, von welcher im 15. Jahrhundert ein Zweig nach Lithauen auswan-derte, und wurde am 19. Mai 1789 zu Strasburg geboren, wo sein Großoheim,Michael Pac, Gcoßmarschall der Conföderation von Bar, lebte. Nachdem er inPolen seine Erziehung erhalten und spater in Frankreich die Kriegswissenschastenstudirt hatte, ging er nach der Stiftung des Herzogthums Warschau in Kriegs-dienste und trat 1898 als Freiwilliger in den Generalstab des von Bessieres be-fehligten ersten Armeecorps in Spanien. Er zeichnete sich bei mehren Gelegen-heiten so sehr aus, daß er bald zum Escadronchef der leichten Reiterei der Garde er-nannt wurde, und diente wahrend des Winterfeldzugs unter den unmittelbaren Be-fehlen Napoleon's. Als Anführer der polnischen leichten Reiterei focht er rühm-lich in den Schlachten bei Eßlingen und Wagram. Nach dem Frieden mit Ost-reich ging P. nach Holland zu dem Marschall Bessieres, welchem es bei der Ver-treibung der Engländer von der Insel Walcheren wichtige Dienste leistete. Baldnachher nachher nahm er seine Entlassung aus der französischen Armee, um seinemVaterlande zu dienen, und trat 1819 als Oberst in polnische Di-mste. Er errich-tete im Departement Lomza eine Nationalgarde und erhielt 1812 den Befehl überdas 15. Lancierregiment. Nach der Eröffnung des Feldzugs gegen Rußlandward er von Napoleon zum Brigadegcneral in der französischen Armee ernannt,dem Generalstabe zugetheilt und gab bei dem Vorpostendienste und denRecognosci-rungen, die man ihm auftrug, vielfache Beweise seiner Entschlossenheit. Nachdem Gefecht bei Maro Jaroslawiec, das der Vicekönig von Italien lieferte, wen-dete P. durch seine Tapferkeit und Geistesgegenwart die Gefahren eines nachtli-chen Uberfalls ab, der den Kaiser selbst bedrohte, und rettete den von Russen umzin-gelten Marschall Bessieres. In der Schlacht bei Lützen diente er gleichfalls inNapoleon's Generalstabe und trug durch die glückliche Vollziehung des Auftrags,den zerstreut aufgestellten linken Flügel des Heers zur Unterstützung des von denFeinden gedrängten Marschalls Ney herbeizurufen, viel zur Entscheidung des Kam»pfes bei. Nach der Schlacht bei Dresden wach auf seinen Rath ein Corps von5099 Polen gebildet, die meist aus den östreichischen Gefangenen ausgehoben undzur Verstärkung des von Poniatowski befehligten Fußvolkes bestimmt wurden.Als Poniatowski bei Leipzig umgekommen war, ließ Napoleon dem General P.den Oberbefehl über das polnische Armeecorps antragen, den er aber mit der Be-merkung ablehnte, bei so schwierigen Umständen bedürfe das Corps eines alten er-fahrenem Feldherrn. Er folgte dem Kaiser nach Paris, wo ihm der Befehl übereine aus Polen bestehende Reiterabtheilung übertragen wurde, die er als Divi-sionsgeneral führte. Wahrend des Feldzugs gegen die Verbündeten in Frankreichgab er besonders bei Bern au Bac, in der Schlacht von Craonne und in dem Ge-fecht bei Laon, wo er, in ein russisches Viereck sprengend, schwer verwundet wurde,glänzende Beweise seiner Tapferkeit. Am Tage des Einzugs der Verbündeten inPoris, wohin P. auf Napoleon's Befehl sich begeben hatte, kämpfte er auf derEbene von La Vilette an der Spitze einiger eilig zusammengerafften Nationalgar-den gegen die Feinde. Als er die Nachricht von Napoleon's Abdankung erhielt,glaubte er als Anführer eines Hülfscorps polnischer Reiterei den Prinzen von Tal-leyrand daran erinnern zu müssen, daß es eine Ehrensache für die provisorische Re-gierung sei, bei dem Kaiser von Rußland dep polnischen Kriegern eine allgemeineAmnestie und freie Rückkehr in ihr Vaterland auszuwirken. Bald nachher