Ryck 861
Bahn zu machen,^um sich mit den Heerabthellunzen m der Woiwodschaft Krakauzu vereinigen. Schon waren am 29. Sept. mehre Regimenter über die schnellgeschlagene Brücke gegangen, als R.'s Kundschafter die Nachricht brachten, daßdie Russen in großer Anzahl heranrückten und der einzige Weg der Rettung vonihnen besetzt wäre. N. befahl den Rückzug und ließ die Brücke abbrechen Als ecam 4, Oct. der preußischen Grenze sich nahte, erließ er in Swiedziebno zwei Ta-gesbefehle an das Heer, dem er den Entschluß ankündigte, auf dem preußischenGebiete Zuflucht zu suchen, und ein vonOstrowski (s. d.) verfaßtes Manifest andie Völker Europas, worin die unglücklichen Ergebnisse des Kampfes der polnischenNation und der Erfolg der Unterhandlungen mit dem Sieger dargelegt und die Po-len ihrem Beistände und Schutze empfohlen wurden. Während R. mit den preußi-schen Behörden über die Bedingungen der Aufnahme Unterhandlungen anknüpfte,schrieb er an den König von Preußen, dessen großmüthigem Schutze er die Überrestedes polnischen Heers empfahl. Am 5. Oct. betrat das Heer bei Szczulowo das preu-ßische Gebiet, und bezog darauf die ihm in Ostpreußen angewiesenen Quartiere.R- mußte seinen Wohnsitz in Elbing nehmen. Sah man ihn hier als edcln Reprä-sentanten seines unglücklichen Volkes auftreten, so mochte man die -Schuld seinerFehler und seiner Verblendung in der letzten Zeit seines öffentlichen Lebens milderbeurtheilen. Als im Nov. 1831. alle polnischen Unteroffiziere und Soldaten inihre Heimat zurückkehren sollten, und die Meisten sich weigerten, einer unbestimm-ten Amnestie zu vertrauen, wendete sich R. noch einmal an den König von Preu-ßen, und bat, seinen Waffenbrüdern, die nicht nach Polen zurückkehren könntenoder wollten, die freie Wahl ihres Aufenthaltes zu gestatten, die eine frühere An-ordnung ihnen zugesichert hatte. Gleich nach den Ereignissen in Fischau am27. Jan. 1832 richtete N. abermals ein Schreiben an den König, worin er denunglücklichen Vorfall erzählte und versicherte, daß die unbewaffneten Polen, aufwelche von den preußischen Soldaten war gffeucrt worden, sich keinen Widerstand^ gegen die Behörden und die Truppen erlaubt und blos die Absicht gehabt hätten, diej frühem Zusagen in Anspruch zu nehmen. Im Febr. 1832 erhielt endlich R.
einen Paß von der preußischen Regierung und reiste durch Deutschland nach
Frankreich. Seine Besitzungen in Wolhynien wurden von der russischen Negie-rung-eingezegen.
Ryck (Julius Constantyn), ausgezeichneter niederländischer Seemann,j wurde am 14. Jan. 1787 zu Wetzlar geboren, wo seine in Amsterdam ansässigen
^ Altern sich kurze Zeit aufgehalten hatten, und war schon 1799, als die Engländer
, und Russen in Nordholland landeten, im Seedienst. Der Gunst seiner Vorgesetz-j ten, die er sich durch seinen Eifer erwarb, verdankte er schon 1800 seine Anstellungals Seecadett. Als nach dem Frieden von Amiens das Schiff, auf welchem erdiente, nach Ostindien bestimmt wurde, suchte er seine Entlassung aus dem Kriegs-dienste, um sein Glück im Seehandel zu versuchen. Er ging nach England und! Westindien, wo er seine praktische Kenntniß der Schiffahrt erweiterte, und kehrte1803 nach Holland zurück. Die Erneuerung der Feindseligkeiten, die ihn hin-derte, wieder in die See zu gehen, veranlaßt ihn als Freiwilliger in die hol-ländische Marine zu treten. Als sich bald nachher eine Flotte in Vließingen sam-melte, erhielt er, seiner Jugend ungeachtet, das Commando eines Kanonierbootes,l «nd zog bald die Aufmerksamkeit des Admirals Verhuell auf sich, der ihn Le-
> förderte und ihm verschiedene Aufträge gab, zu welchen seine Kenntniß der Mathe-matik und seine Geschicklichkeit im Zeichnen ihn befähigten. Er war bis 1800fast bei allen Gefechten der holländischen Flotte gegen die Engländer und zeichnete
> sich vielfältig aus. Als Lieutenant befehligte er seit 1807 ein Kanonierboot, zu-weilen auch mehre Fahrzeuge, und vertheidigte zwei Jahre lang die Küste vonFriesland und die Mündungen der Ems, Jahde und Weser. Während dieser