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Dritter Band (1833) M bis R
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Rybinski

R. gewählt, der zwar patriotisch und tapfer und als trefflicher Divisionsführer be-wahrt war, aber nie gezeigt hatte, daß er selbständig nach eignen Ideen und küh-nen Entwürfen handeln könne. Seine ersten Schritte waren verhängnißvolle Miß-griffe, welche der Sache der Polen, die durch bedeutende Strritkrafte geschützt war,unrettbares Verderben bereiteten. Noch waren 30,000 Mann im Felde unter denWaffen, außer dem Geschütze der Festung Modlin gegen 100 Feldstücke mit an-sehnlichem Kriegsbedarf bereit; das Heer war wahrend seines Aufenthalts beiModlin reichlich mit Lebensmitteln versehen, und unter Romarino standen noch20,000 Krieger, die aus siegreichen Gefechten zurückkamen. R. ließ sich mit demrussischen Befehlshaber in Unterhandlungen ein, um eine Verlängerung des Waf-fenstillstandes zu erhalten; die Russen hatten aber nur die Absicht, Zeit zu gewin-nen, die Vereinigung der feindlichen Streitkräfte zu verhindern und eine immergünstigere Stellung gegen das polnische Hauptheer einzunehmen. Zu spät sah R.,daß er getäuscht wurde. Der russische Unterhändler, General Berg, foderte end-lich unbedingte Unterwerfung, als die Nachricht von Romarino's Übergang nachGallizien angekommen war. Mehre Generale drangen in R., mit dem Heere aufdas linke Wrichselufer zu gehen. R. aber ließ sich noch einmal täuschen, als dieRussen ihm ihre Bereitwilligkeit erklärten, die Unterhandlungen fortzusetzen. Erberief am 23. Sept. einen Kricgsrath in seinem Hauptquartier zu Slupno, undlegte die Frage vor, ob der Übergang über die Weichsel und die Fortsetzung desKriegs günstige Folgen haben könne. Unter 40 anwesenden Anführern entschieddie Mehrheit dagegen, indem sie den traurigen Zustand des Heers, die ungünstigeStimmung der Soldaten, die Strenge der Jahreszeit mit Übertreibung schilderten,wogegen nur sechs Generale, welche die Sache Polens noch nicht verloren gaben,vergebens einen kräftigen Widerspruch erhoben und für die Fortsetzung des Kam-pfes stimmten. Die zweite Frage, ob man Abgeordnete an den Kaiser senden wolle,wurde gleichfalls von der Mehrheit bejaht. Der in Plock versammelte Reichstagverfügte nun, auf den Antrag des Regierungspräsidenten Niemojewski, die Ab-setzung N.'s und ernannte Uminski zu seinem Nachfolger. In dem Lager der Ca-valerie ward Uminski mit Jubel empfangen; als er aber am Abend desselben Ta-ges den Chef seines Generalstabcs in das Lager der Infanterie sandte, um denRegimentscommandanten R.'s Entlassung anzukündigen, verweigerten die mei-sten Jnfanterieoffiziere dem neuen Oberbefehlshaber den Gehorsam. Auf die Nach-richt von diesem Vorgänge legte Uminski die ihm übertragene Gewalt in die HändedeS Regierungspräsidenten nieder, der sich darauf genöthigt sah, R. den Oberbe-fehl wieder zu übergeben. Die Ereignisse eilten nun ihre: Entwickelung schnellentgegen. Nachdem der Reichstag Plock verlassen hatte, ließ R,, der noch immeran die Aufrichtigkeit der Russen glaubte, die Unterhandlungen sortsetzen, und wargeneigt, um jeden Preis den Waffenstillstand abzuschließen. Die Russen bedroh-ten indeß fortwährend die rechte Flanke des polnischen Heers, und um nicht in dieungünstigste Stellung zu kommen, mußte R. Plock am 27. Sept. verlassen unddas Heer einen Tagemarsch weiter gegen die preußische Grenze führen. Die Polenwaren nicht mehr im Stande, der feindlichen Übermacht zu widerstehen. GeneralBerg erklärte dem Abgeordneten des polnischen Oberbefehlshabers, der MarschallPaskewitsch werde die Feindseligkeiten nur dann einstellen, wenn R. die Erklärungunterzeichnen wollte, daß das polnische Heer sich ohne Bedingung dem Kaiser Ni-kolaus unterwerfe, wenn er die Festung Modlin binnen 24 Stunden überlieferteund Generale, Ossiziere und Soldaten sich bereit zeigten, dem Kaiser und demThronerben einen vorgeschriebenen Eid zu leisten, der die WorteConstitution undVaterland" nicht enthielte. R. berief noch einmal einen Kriegsrath, und unter 34Anführern stimmten nur sechs für die Annahme der Federung des Feindes. Eswurde beschlossen, über die Weichsel zu gehen, und sich durch das feindliche Heer

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