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Dritter Band (1833) M bis R
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Rußland seit dem Jahre 1829

sie ihren Abscheu über jene schändlichen Anschläge ausdrückten und den Monarchenihrer Treue versicherten.

Um dieselbe Zeit bewogen mehre Umstände: das Attentat zu Frankfurtvom 3. Apr., die Verschwörung in den sardinischen Staaten, die Stimmungder Gemüther in einigen deutschen Provinzen, die Spuren, welche auf eine weit-verbreitete Verschwörung und auf einen Zusammenhang der polnischen Flüchtlingein Frankreich mit der sogenannten BewegungSpartei in Frankreich, Italien, derSchweiz und Deutschland hinzuführen schienen, die Regierungen, für die Sicher-heit des gesetzmäßigen Zustandes gegen gewaltsame Erschütterung gemeinsameMaßregeln zu treffen; da nun zugleich die politische Freund>chaft Englands undFrankreichs, die Lage von Belgien und Holland, die Wirren in der Schweiz, dieGährung in Italien und der Bruderkrieg in Portugal die östlichen Großmächteveranlaßte, sich enger aneinander anzuschließen und nach einem gemeinschaftlichenPlane zu handeln, um den innern und äußern Frieden zu erhalten; da endlich indieser Absicht unter den Diplomaten in Böhmen und selbst zwischen den Monar-chen von Ostreich und Preußen Zusammenkünfte stattgefunden hatten, welche dasGerücht von neuen Einrichtungen kn der deutschen Bundesverfassung erzeugten, sowar es nicht unerwartet, daß auch der Kaiser von Rußland nach Deutschland kam,um sich mit dem Könige von Preußen und vorzüglich mit dem Kaiser von Ostreichüber das System ihrer gemeinschaftlichen Politik, zumal in Hinsicht auf Polen,auf die Türkei und auf den Fall eines Bundes zwischen England und Frankreich,im Voraus zu vereinigen. Daß dabei alle übrigen Fragen, Belgien und Luxem-burg, die Schweiz, Italien und Portugal betreffend, zugleich mit erörtert wordensein mögen, ist mehr als wahrscheinlich. Eine Folge dieser an sich durchaus fried-lichen u-nd ausgleichenden Verhandlungen scheint bereits die gemeinschaftlich im Na-men der drei Höfe an dep König der Niederlande erlassene Ausfoderung zu sein, inder luxemburger Sache den ersten Schritt bei dem Bundestage zu thun.

Jene Zusammenkunft des nordischen Monarchen mit dem Könige von Preu-ßen und dem Kaiser von Ostreich wurde schon im Laufe des Sommers durch dasGerücht verkündigt. Die Zusammenkunft der beiden letztgenannten Monarchenfand aber erst zu Theresienstadt am 14. Aug. statt, nachdem die Staatsministerund Diplomaten mehrer Höfe bereits längere Zeit in Teplitz, wo eben der Königvon Preußen sich einige Wochen aushielt, vorbereitende Unterredungen gehabt ha-ben mochten. Hierauf kam auch der russische Kaiser nach Deutschland. Er waram 28. Aug. auf dem Dampfschiffe Jschora von Petersburg abgegangen, mußteaber, nachdem das Schiff mehresTage mit den Stürmen gekämpft hatte, in den Ha-fen von Kronstadt einlausen. Um seine Gemahlin zu beruhigen, eilte der Kaisernach der Hauptstadt zurück, die er aber am Abend des 31. Aug. wieder verließ. Ermachte nun zu Lande die Reise von mehr als 200 deutschen Meilen mit solcherSchnelligkeit, daß er schon am ü. Sept. auf dem Schlosse zu Schwedt eintrsf, woer den König von Preußen sprach, und wo der russische Gesandte sowie der preu-ßische Minister Ancillon sich ebenfalls eingefunden hatten. Der russische Ministerder auswärtigen Angelegenheiten, Graf von Nesselrode, aber war unterdessen überLübeck bereits am 6. Sept. von Berlin aus nach Münchengrätz in Böhmen abge-reist, wo sich der Staatskanzler Fürst von Metternich befand. Am 9. Sept. ver-ließ der Kaiser Schwedt und traf über Görlitz am 11. Sept. Abends in München-grätz, einem gräflich Waldstein'schen Schlosse unweit Jungbunzlau, ein. Hier er-wartete ihn der östcekchische Kaiser. Auch der Kronprinz von Preußen, der Herzogvon Nassau, der Großherzog von Sachsen-Weimar und dessen Gemahlin begabensich dahin. Nach einem siebentägigen Aufenthalte i-n Münchengrätz reiste derKaiser am 19. Sept. über Breslau und Kalifch in seine Staaten zurück.Der Monarch wählte seinen Weg über Kalisch, weil diese Stadt im Laufe des

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