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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
848
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848 Rußland süt dem Jahres!829

der russischen Truppen im Bosporus auf einer Anhöhe bei dem Lager eingeweiht,das aber in der Folge von den türkischen Frauen eingeriffen worden ist; so verhaßtwar dem Volke die Gegenwart der fremden Truppen gewesen.

Unmittelbar nach der Ankunft Lieven's aus Zbrahim's Hauptquartier trugGraf Orloff selbst in einer Note vom 7. Jul. bei der Pforte auf die sofortig- Rück-kehr der russischen Streitkräfte an, falls Se. Hoheit derselben nicht mehr bmö-thigt sei. An demselben Tage ward das Geburtsfest des Kaisers Nikolaus in Bu-jukdere glänzend gefeiert, welchem das erste Beispiel der Großvezier bei-wohnt-, und wo der Großherr selbst die Chiffre des Kaisers von Rußland und dasgroßherrliche Tugra (verzogener Name) zum Zeichen der engen Freundschafts-bande, welche die beiden Herrscher vereinigen, in einem Feuertempel brennen sah.Am folgenden Tage theille die Pforte die Einwilligung des Sultans zur Rückkehrdcr russischen Streitkräfte dem Grafen Orlvff mit,einzig und allein", wie es inder Note hieß,um die Truppen von den Beschwerden zu befreien, denen sie wäh-rend ihres Aufenthaltes atthier ausgesetzt gewesen". An demselben Tage wurdendie russischen Gesandten, Admirale und Generale, 10 an der Zahl, zu einer groß-herrlichen Audienz eingeladen, wo ihnen der Großherrseine Erkenntlichkeit fürden ihm von dem Kaiser von Mußland geleisteten Freundschaftsdienst" undseine volle Zufriedenheit mit der von ihnen gehandhabterr Mannszucht" zu erken-nen gab. Zugleich verlieh er ihnen 10 große Ehrendecorationen mit Brillanten.Überdies gab er dem Grasen Orloff 700 goldene Medaillen für das Ofsiziercorpsund 24,000 silberne zur Aertheilung an die Land- und Seetruppen, welche imBosporus statiomrt waren. *) Am 10. hatte Gras Orloff seine Abschiedsaudienz,wo ihm der Sultan ein versiegeltes Dankschreiben an dm Kaiser Nikolaus zustellte.An demselben Tage segelte das russische Geschwader nach Sebastopol ab. Es hatteüber vier Monate zum Schutze der Pforte im Angesichte von Konstantinopel vorAnker gelegen, und der SeraEer Khosrew Pascha übergab ein von ihm an denKaiser gerichtetes Schreiben aus Eski-Sarai, vom 11. Jul. 1833, dem GrafenOrloff, damit er dasselbe seinem Monarchen überreichte. Es enthielt Lobsprücheder Truppen und das Zeugniß ihres Wohlverhaltens. **) So hatte Rußland, ohnedie harten Bedingungen desFriedens zwischen der Pforte und Ägypten vorgeschlagenoder dazu gerathen zu haben, Mahmud's Dasein mit Rußlands Po-litik verkettet undjenes, bis jetzt noch nicht veröffentlichte, aufacht Jahre geschloffene Trutz-und Schutz-bündniß mit der Pforte begründet, nach welchem Rußland, auch ohne vorherige Auf-sode-rung, stets zum Schutze der Pforte thätig und hülsreich einschreiten darf, diePforte aber im Falle der Noch die Meerenge der Dardanellen schließen, mithinkeinem fremden Schisse den Einkauf, unter welchem Borgeben es auch sei, gestat-ten soll. Welche Entschädigung für die aufgewandren Kosten dem russischenStaatsschätze werden sollen, ist nicht bekannt; doch war dem Vernehmen nach be-stimmt worden, drei Monate nach dem gänzlichen Abzüge der Russen eine Liqui-dation der Entschädigungen zu beginnen, welche der Sultan dem Kaiser als Kosten-erstattung für die geleistete Hülfe zu entrichten habe.

Die Stellung Rußlands zu dem übrigen Europa wurde durch die Juliuska-tastrophe in Frankreich und die damit in Verbindung stehende belgische und pol-nische Jnsurrection, woran sich später noch die portugiesische Frage, die Unruhenin Italien, die Bewegungen in der Schweiz, die deutschen Bundesreformen undin den letzten Tagen der spanische Thronerbstreit reihten, von großer Bedeutungfür die Erhaltung des Friedens. Hier bestimmte zunächst die Politik des preußi-

*) Auf diesen Medaillen ist der Nammszug des Großherrn und das Jahr derHegira 1L4S auf einer Seite und auf der andern ein Giern mit einem Halbmondund das Jahr 1832 geprägt

**) S.Politisches Journal", 1833, März, Apr-, Aug.

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