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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
845
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Rußland seit dem Jahre 1829 845

und that dem weitem Blutvergießen Einhalt. Nur in Nigodin, dem Hauptortedes krainischen Bezirks, kam es, da die Türken abzuziehen sich weigerten, zumKampfe, und der Platz wurde von den Serbiern (14. Mai 1833) mit stürmenderHand genommen. Die Pforte scheint bei dieser Lösung der Frage gleichgültig ge-blieben zu sein, denn sie halte mit ihren eignen Angelegenheiten vollauf zu thun undbedurfte selbst des Beistandes der Russen.

Hier bewahrte sich Rußlands überwiegender Einfluß in Konstantinopel beidem Kriege mit Ägypten am entscheidendsten. Der Vicekönig Mohammed Ali hatteden Pascha Abdullah von Akra in Syrien angegriffen und einen Ferman des Sul-tans, welcher Ruhe gebot, so wenig geachtet als den gegen ihn und seinen SohnIbrahim ausgesprochenen Bannfluch. Nun sollte Hussein Pascha den stolzenIbrahim zum Gehorsam nöthigen; allein das türkische EorpS, welches Akra ent-setzen wollte, wurde geschlagen und Ibrahim nahm Akra mit Sturm (27. Mai1832). Hierauf eroberte Ibrahim Damaskus, schlug das türkische Heer beiHoms (11. Jul ), besetzte Aleppo und bemächtigte sich der Gebirgspässe nach Klein-chen. Jetzt übernahm der Grsßvezier den Oberbefehl gegen Ibrahim, und diePforte ließ sich in Unterhandlungen mit Mohammed Ali ein, welche jedoch keinenErfolg hatten, indem Mehemed die Abtretung von Syrien, Eypern und Kretaverlangte. Unterdessen rückte Ibrahim durch die cilicischen Engpässe vor und er-reichte am 1. Nov. Konieh, welches auf halbem Wege von der syrischen Grenzenach Konstantinopel liegt. In Kleinasien und selbst in der Hauptstadt sahen dieAnhänger der Janitscharenpartei und des alten, durch Mahmud's Reformen ver-nichteten Systems der Ankunft Jbrahim's ungeduldig entgegen. Die Pforte suchtedaher auswärtige Hülfe. England lehnte den unmittelbaren Beistand ab; nunwandte sich der Sultan an Rußland. Der Kaiser Nikolaus hatte bereits seinenEonsul aus Alexandrien abgerufen und den Aufstand Mchammed's gegen seinenrechtmäßigen Oberherrn laut gemisbilligt. Er ließ jetzt durch den General Mura-wieff im Dec. 1832 der Pforte seine Hülse zusichern, und ein russisches Hülfs-corps wurde in der Krim zusammengezogen. General Murawieff begab sich hier-auf nach Alexandrien, um den Vicekönig zum Nachgeben zu bewegen. Dasselbeversuchten spater auch der englische und der östreichische Geschäftsträger zu bewirken ; allein Murawieff erlangte nur so viel, daß Ibrahim während der Unterhandlangen mcht weiter in Kleinasien vorrückte. Unterdessen hatte der Großvezier am21. Dec. bei Kenieh eine Hauptschlacht gegen Ibrahim verloren und war selbst inGefangenschaft gerathen. Die Pforte unterhandelte nun abermals in Kahiradurch ihren an den Vicekönig geschickten Bevollmächtigten Halil Pascha und denAmeddschi Effendi (Cadinelssecretair des Reis Effendi). Sie erbot sich den Bann-fluch zurückzunehmen; allein der Vicekönig verlangte die Abtretung mehrer Pro-vinzen. Mohammed Ali kannte die Vortheile seiner Lage; denn schon setzte sichIbrahim gegen Brussa in Marsch, wo die türkische Bevölkerung für ihn war.Durch dies Alles beunruhigt, ersuchte die Pforte, mittels einer an den russischenGesandten gerichteten Note vom 2. Febr. 1833, den Kaiser Nikolaus dringend.,nicht nur um eine Unterstützung zur See, sondern auch um eine gleichzeitige Ab-findung von 25 30,000 Mann. Der Kaiser, welcher früher sich blos zur Absendung einiger Schiffe, nicht aber einer Hülfsarmee erboten hatte, empfing jenesGesuch am 12. (24.) Febr. und befahl sofort die Abfahrt eines Geschwaders mit5000 Mann Landungstruppen. Auch ließ er ein Hülfsheer gegen die Donau vor-rücken. Während dies geschah, war der Generallieutenant Murawieff am 6. Febr.aus Ägypten nach Konftantinopel zurückzekehrt unD vre Pforte erhielt die Nach-richt, daß Ibrahim die Feindseligkeiten eingestellt habe und zu Kiutahia stehen ge-blieben sei; eine Folge der von Rußland für die Pforte gezeigten Theklnahme.Nunmehr glaubte der Reis Effendi am 8. Febr. die vor wenigen Tagen in An-