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Rußland seit dem Jahre I82K
siegreichen Feldherren Diebitsch und Paskewitsch die Feldmar^ckallswürde. DieVollziehung des Friedens und die spater eingetretene engere Schutzverbindung Ruß-lands mit der Pforte, worüber wir jetzt berichten, reihen sich an den Artikel Adria-nopel an; damit steht die Wiederanknüpfung der seit 1821 abgebrochenen diplo-matischen Verbindung Rußlands mit der Pforte, über welche wir unter dem ArtikelRibeaupierredas Nöthigfte angeführt haben, im engsten Zusammenhänge.
Die Politik des Divans, ermuthigt durch die Rathschläge des britischen Ge-sandten und durch des ersten Ministers Wellington Theilnahme an den Interessendes türkischen Reichs, suchte Zeit zu gewinnen, um die Erfüllung der Friedensbr-dingungen so lange qls möglich hlnauszuschieben. Mst reichen Geschenken kamHalil Pascha in Petersburg an, und brachte daselbst, statt der zu entrichtendenKriegscontribucion, die Abtretung einiger türkischen Provinzen in Vorschlag.Hierauf konnte das russische Sabiner nicht eingehen, da jede Vergrößerung seinesLandgebiets die Zustimmung der übrigen Großmächte voraussetzte. Seinerseitsschickte Rußland den Grafen Alexis Orloff, als Bevollmächtigten, und den Herrnvon Butenieff, als außerordentlichen Gesandten, nach Konstantinopel, wo sie am17. Der. 1829 eintrafen Jener leitete die Vollziehung des F-nedensgeschäftS;dieser, welcher später an die Stelle des Marquis von Ribeaupierre trat, besondersdie griechische Angelegenheit. Das russische Heer blieb in den Fürf.-.nthümem ste-hen, und es war ein Glück, daß diese durch den Krieg verheerten Provinzennicht in die alte Bojarenherrschaft zurückfielen, sondern unter der Leitung des rus-sischen Generals Kisseleff einen geordneten Zustand erhielten und sich an eineregelmäßige Verwaltung gewöhnten. Der russische Handel und die russische Schif-fahrt wurden nunmehr durch einen Forman des Greßherrn im Kanal und demschwarzen Meer völlig freigegcben; auch den nordamerikanischen Schiffen gewährteder Friede zu Adrianopel den bisher vorenthaltenen Voctheil der freien Du'.chfahrtdurch den Bosporus nach Odessa. Die ausgewanderten Griechen, welche bishervon Rußland unterstützt worden waren, kehrten ungehindert in ihr Vaterland zu-rück. Halil Pascha und Suleiman Nedschib Effendi erlangten hierauf einen Erlaßvon 3 Mill. Dukaten an der Keiegscontribution von 10 Mill. Sie verließennach der Abschiedsaudienz am 9. Mai 1830, mit dem weißen Adlerorden be-ehrt, Petersburg. *) Die Pforte versprach 7 Mill. Dukaten in bestimmten Ter-minen zu bezahlen, die jedoch bei ihrem Geldmangel verlängert wurden, wes-halb auch die Moldau und Walachei fortwährend von den Russen besetzt blieben.Jndeß leiste« sie die Zahlung der zur Entschädigung der russischen Unterthanen,namentlich der Kausieule, bedungenen Summen. Zur Beförderung des russi-schen Handels mit den Fürstenth-ümern wurde 1830 in Kischenew, der Haupt-stadt Beffarabiens, eine Messe angelegt. — Zn der Organisation der Für-stenthümer. selbst befolgte der provisorische Präsident der Regierung, General-lieutenant Kisseleff, einen wohldurchdachten Plan. Zwei Divane, in Generalver-sammlungen zu Jassy und Bukareschr vereinigt, berathschlagten über die Landes-interessen. Um den Misbrauchcn zu steuern, wurden Commissionen ernannt,welche die Provinzen durchreisten und Untersuchungen anstrlltcn. Vor Allem jucktedie Regierung durch Ansiedelung der Bulgaren den Ackerbau emporzuheben. Q.ua-rantainen wurden läng« der Donau, zugleich als Sammelplätze für den Handel ein-gerichtet. Die Regulirung der Municipalrechte, die Festsetzung der Rechte zwi-schen den Grundeiqenthümern und Bauern beschäftigten ebenfalls den Präsi-denten. Der Großbojar, Konstantin Kantakuzeno, Großschatzmeister der Moldau,erhielt den Auftrag, den finanziellen Theil der Verwaltung zu ortmen. Eine Com-
*) Man hatte ibnen alle Merkwürdigkeiten der Kaisirftadt gezeigt- Halilschrieb in das Fremdenbuch: ,,1s suis enck»ud6 cle tout c« gue s'a! vu/' Auch feierteer mit seinen Glaubensgenossen in Petersburg das Bairamsfest.