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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
841
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Rußland fett dem Jahre 1829 841

Kachetien und schleppten eine Menge Gefangene mit sich fort in die SklavereiAis aber Paskewitsch selbst mit einem Heere im Mar; 1830 in ihr Gebieteindrang und den letzten Schlupfwinkel ihrer Horden bei Gakately besetzte, so bliebihnen nichts übrig als Unterwerfung. Der Sieger setzte eine Regierung ein, dietheilk ans russischen Beamten, theils aus den Ältesten des unterworfenen Stam-mes bestand. Den Vorsitz führte, von einer hinlänglichen Truppenmacht unter-stützt, der russische Generalmajor Fürst Bekowitsch Tfcherkaöky. Auch ward, umdieses neue Gebiet in dem südöstlichen Kaukasien das Land der lesghinisch-tscharscherr Stamme mit seinen 16,000 Höfen im Gehorsam zu erhalten, eineZwingfeste angelegt. Sodann gründete die russische Regierung in demselben Jahre(1830) beiden kaukasischen Mineralbädecn eine neue Stadt, unter dem NamenPiatigorsk, wohin spater die bisher in Georgiewsk residirenden Verwaltungsbe-hörden und Gerichtshöfe ihren Sitz verlegen sollten. Dessenungeachtet mußtennoch in den folgenden beiden Jahren mehre Siege durch die Generale Kvcharowulid Welienimoff über die Banden des Empörers Käst Mullah erkämpft werden,ehe die kühnen Bergvölker des alten Kaukasus, die Lesghier, Tschelfchewer, Galga-jewtzier und Karabulaks, sich völlig unterwarfen.

Mit Perlten blieben die Verhältnisse, wie sie durch den Frieden honTurkmantschar (22. Febr. 1828) geordnet und fcsigestellr worden waren. Die'Ermordung des russischen Gesandten Gribojedow (s. d) in Teheran am12 Kebr. 1829 änderte nichts, indem der Schach jede Genugthuung leistete unoselbst seinen Enkel KhoSrew Mirza nach Petersburg schickte, wo der Prinz in einerfeierlichen Audienz (22. Äug. 1829) wegen d-S von den Persern begangenen Fre-vels den Schmerz des Schahs bezeugte und um die Fortdauer der Freundschaft bat.Seitdem ist der Handel Persiens, der sich fast ganz in den Händen der Armenierzu Bukir und Tiflis befindet, immer abhängiger von Rußland geworden, folglichauch der von Leipzig aus durch die tifliser Armenier geführte Tremstthandel der aus-ländischen Waaren nach Persien. Hier, sowie in den neutralen Ländern Lahore,in Afghanistan und der Bucharei, führen Rußland und England diplomatischeKriege unter sich, und der bevorstehende Ted des alten Königs von Persien wirdwahrscheinlich große Folgen nach sich ziehen.

Die Verhältnisse mir der Pforte erfuhren in dieser Zeit eine gänzliche Um-wandlung. Der Verfall der Türkei gibt Rußland täglich einen fester» Fuß in Ar-menien und Kleinasien. Ägyptens aufsteigende Macht nöthigr die russische Politikzu neuen Berechnungen und Entwürfen in Bezug au.f die Levante. Schon vergaßder von Innen und Außen vielfach bedrängte Mahmud Zorn und Racke gegenRußland; seine Verachtung und sein Haß gingen in Bewunderung und Freund-schaft über. Dieser Wechsel binnen sechs Jahren laßt sich nur aus der inner»Schwache des haltlosen Reichs erklären, welche in dem Kriege mit Rußland, indem Kampfe der Hellenen und in dem unglücklichen Kampfe mir dem nach Machtund Unabhängigkeit strebenden Vicekönig von Ägypten aus dem Nimbus des orien-talischen Glanzes, der bisher noch die hohe Pforte umgab, aus das Kläglichste her-vortrar. Über die Veranlassung zu dem Kriege Rußlands mit der Pforte in denJahren 1828 und 1829 sehe man den Artikel Akjerman Weil die daselbst am25. Sept. (6. Oct.) 1826 Unterzeichnete Eonventisn von der Pforte nicht erfülltwurde, erklärte Rußland an dis Pforte rm Apr. 1828 den Krieg. Der erste Feld-zug hatte auf dem Kriegsschauplätze in Asien unter Paskewitsch günstigere Erfolgeals in Europa, wo jedoch die Eroberung der Festung Varna der wichtige Preis drsschwierigen und blutigen Kampfes war (vgl. Türkei und GriechenlandBd 12); der glückliche zweite Feldzug aber führte den Frieden von Adri a nope!(s d.) am 14. Sept. 1829 herbei. Bei dem prächtigen militairisch-religiösen Frie-densfeste aus dem Marsfeldc zu Petersburg am 7> (19.) Oct. 1829 erhielten die