Percusslonsgewchr
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veränderte Einrichtung des Ftintenlauses diesen Mängeln abzuhelfen. Das Zünd-loch ward nämlich hinten in der Schwanzschraube angebracht, sodaß ein horizon-taler Stempel anstatt des Hammers sich innerhalb des Rohres befand und durcheine Spiralfeder vorwärts gegen die zugleich mit einem Zündkorne versehene Pa-trons gestoßen ward. Andere versahen überdies ihr Schloß mit einem besondernBehälter, welcher 20 — 30 Zündkörner enthielt, von denen bei dem Aufziehen desHahns eins auf die Pfanne fiel. Endlich wurden 1818 von Deboubert oderPrelat die Zündhütchen von schwachem Kupferblech erfunden,' welche eine neueEinrichtung des Hammerschlosses herbeiführten. Diese weicht von den gewöhn-lichen Feuerschlössern blos in der Form des Hahns ab, der oben einen inwendighohlen Hammer bildet, welcher beim Abdrücken des Schlosses auf das sogenanntePistill schlagt, auf welches man ein Zündhütchen geschoben hat, ein 2 Linienlanges, 2 Linien weites Röhrchm, oben mit einer gleichen Platte verschlossen undmit einer Mischung von Chlorkali, Schwefel und Kohlen, oder auch von Knall-quecksilber (mit Salpetersaure aufgelöst, mit Alkohol bis zum Sieden erhitzt undmit Mehlpulver und Gummiwasser zu einem steifen Teige gemacht) feucht ausge-stopft. An dem Percussionschlosse fehlt Pfanne und Pfanndeckel; anstatt beiderist ein 5 Linien starker Cylinderfdie Trommel) in den Laus verschraubt, durch wel-chen das 14 Linie weite Zündloch gebohrt ist und der einen halben Zoll herausragt.Auf seinem äußern zugelötheten oder durch eine Schraube verschlossenen Ende istdas 4 Linien dicke Pistill, ein ebenfalls durchbohrter oben glatt abgeschnittener Cy-linder, schräg vorwärts eingeschraubt, und hat einen 34 Linien hohen oben abge-stutzten runden Kegel zu Aufnahme des Zündhütchens,dessenJnhalt durch denSchlagdes Hammers mit einem heftigen Feuerstrahle die Ladung zündet. Das gewaltsameVerpuffen des Knallsalzes begünstigt das schnelle Entzünden des Schießpulversund vermehrt dadurch die Gewalt des Schusses, während zugleich Regen undWind gar keinen Einfluß auf die Entzündung haben, sobald man nur das Ein-dringen des Regens oben in den Lauf verhindert, was jedoch während des Gefech-tes wohl kaum möglich ist. Ein anderer Vorzug des Percussionschlosses ist seineEinfachheit, weshalb es nicht so leicht schadhaft wird und weder des Aufschraubenseines neuen Steines noch auch des Verstählens der Batterie bedarf. Lästig hin-gegen ist bei dieser Zündungsart das besondere Aufsetzen der Zündhütchen unddie Notwendigkeit, dieselben von guter Beschaffenheit zuhaben; vor allen aberoie leichte Selbstentzündung des Knallsalzes, oft schon durch festes Aufdrücken desHütchens auf den Kegel, ja, nach etwa sechs Schüssen ohne Zündhütchen, wennder Hahn auf jenen schlägt und wie gewöhnlich zündender Satz auf demselben zu-rückgeblieben ist. Mehre Unglücksfälle sind dadurch herbeigeführt worden, denndie verschiedenen zum Theil sehr künstlichen Sicherheitseinrichtungen reichen hiernicht aus, die Gefahr zu entfernen. Dies und die Notwendigkeit, das Zündhüt-chen besonders aufzusetzen, das, wenn es zu weit ist, von selbst abfällt, zu engehingegen leicht auf dem Piston des Gewehrs festsitzt und nicht ohne Mühe, nie mitder bloßen Hand, beim Wiederladen losgemacht werden kann, spricht gegen dieEinführung der Percussionschlösser bei dem Soldatengewehre, dessen Ladung durchden cylindrischen Ladstock und das trichterförmige Zündloch—zum Selbstaufschüt-ten — höchst vereinfacht und in finsterer Nacht wie am Tage gleich bequem ist.Nur da, wo noch Zündkraut aufgeschüttet werden muß, wird sich die Sache mehrgleichstellen; daher man auch in mehren Ländern, vorzüglich in Würtemberg unddem Großherzogthum Hessen entsprechende Versuche angestellt, in Hanover aberseit 1829 die Büchsen der Jägerbataillone mit Percussionschlössern versehen hat.Uebrigens ist der Gebrauch der letztern blos auf die Jagdgewehre beschränkt, zuwelchen sie sich wegen des ruhigen Zustandes des Jägers besser eignen als für denKrieg. Sowie man bei dem Geschütz hier und da schon längst die gewöhnlichen